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Claudia Piotrowski ist Architektin aus Köln und realisiert nebenbei auch gerade ihr eigenes Eigenheim-Projekt. Sie saniert gemeinsam mit ihrem Freund ein Reihenhaus aus dem Jahr 1955. Hier gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung weiter und erklärt wie man günstige und gute Handwerker findet.

Expertentipps von Claudia Piotrowski

Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo man mit seinem mehr oder weniger ausgeprägten Baulatein am Ende ist. Da es sich bei uns um die Sanierung eines Reihenmittelhauses aus dem Jahr 1955 handelt, war ziemlich schnell klar, dass wir ohne professionelle Handwerker nicht weit kommen werden. Sprich: Endlich darf auch mal jemand anderes auf der Baustelle ackern. Wie haben wir aber unsere handwerkliche Unterstützung gefunden? Dazu ein paar Gedanken:

Gute Handwerker durch Empfehlung

Wie überall im Leben ist Vitamin B auch hier Gold wert. Fragt eure Freunde, Bekannten, Verwandte, Nachbarn, Arbeitskollegen und jeden, dessen Meinung ihr in dem Thema für helfend haltet, nach Handwerker-Empfehlungen. Oftmals leben die guten und günstigen Handwerker ohne großem Werbeauftritt nur von Mund-zu-Mund-Propaganda. Diese Taktik hat den Vorteil, dass ihr auf reale Erfahrungen zurückgreifen könnt und keine manipulierten Onlinebewertungen trauen müsst. Schließlich empfehlen recht wenige Menschen jemanden weiter, wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat.

Lokale Handwerker

Solltet ihr jetzt das Pech haben, in eurem Umfeld niemanden zu haben, der bereits ein Bauprojekt hinter sich gebracht habt, konzentriert euch erst einmal auf die lokalen Handwerker. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass diese einerseits erstaunlich konkurrenzfähige Preise abliefern, andererseits auch sehr bemüht sind ordentliche Arbeit zu leisten. Die räumliche Nähe kommt euch auch bei späteren Gewährleistungsansprüchen zu gute.

Mindestens drei Handwerker Angebote einholen

Egal ob nah oder fern: Lasst euch mindestens 3 Angebote von verschiedenen Handwerkern geben und nehmt euch die Zeit bei einer Sanierung mit den Handwerkern eine Bestandsbegehung durchzuführen. So schlag ihr zwei Fliegen mit einer Klappe: Ihr erhaltet unabhängige Ideen zu euren Anforderungen, aus denen ihr am Ende die optimale Lösung kombinieren könnt und bekommt gleichzeitig ein Gefühl, in welchem Preisrahmen sich die Handwerker bewegen. Kein Witz, wir hatten z.T. Unterschiede von 50 % bei bestimmten Gewerken. (Anmerkung der Redatktion: hier gehts zum Beitrag: Angebote einholen)

Ein Leistungsverzeichnis vorbereiten

Damit bei den Angeboten nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden, bereitet ein Leistungsverzeichnis vor, d.h. beschreibt möglichst genau, was im Objekt zu erledigen ist. Wenn ihr etwas im Angebot nicht versteht oder unklar ist, scheut euch nicht nachzufragen. Manchmal kommt dabei schon raus, dass etwas falsch verstanden wurde oder ihr eine andere Vorstellung habt, als beim Handwerker angekommen ist. (Anmerkung der Redaktion: hier gehts zum Beitrag: Leistungsbeschreibung)

Auf das Zwischenmenschliche achten

Geld ist nicht alles! Für uns ist das Zwischenmenschliche mindestens genauso wichtig, schließlich möchte arbeitet man ja eng mit dem Handwerker zusammen. Redet man schon im Erstgespräch aneinander vorbei, sollte man dringend nochmal weitersuchen. Uns hat z.B. ein Sanitärfachmann konsequent italienische Armaturen angeboten, obwohl wir wiederholt betont haben, dass es sich um ein „Low-Budget“-Projekt handelt. Gut, da stimmte dann aber auch der Preis letztendlich nicht 😀

Handwerker Kosten und Vertrag

Habt ihr euch für einen potentiellen Handwerker entschieden, fragt ihn noch nach Nachlass und Skonto. In jedem Fall solltet ihr den Auftrag nicht nur mit Handschlag besiegeln, sondern einen kurzen, schriftlichen Vertrag aufsetzen. Standardverträge gibt es dazu im Internet (Anmerkung der Redaktion: Beispiel Handwerkervertrag). Und – ganz wichtig – lasst euch bescheinigen, dass der Handwerker versichert ist. Sowohl Personen- als auch Bauschäden können sehr schnell teuer werden.

So, das waren unsere Tipps zur Handwerker-Suche. Hoffentlich hat es dem ein oder anderen weitergeholfen, der vor der Qual der Handwerkerauswahl steht. Wer jetzt noch sehen möchte, was die von uns beauftragten Handwerker so in unserem Sanierungsfall treiben, kann uns gerne auf Instagram folgen @claudia.piotrowski.architect. Viel Spaß!

 

Foto: Claudia Piotrowski

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