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Heizen mit Infrarot – Alle Fakten auf einen Blick

In der heutigen Zeit wird umweltbewusstes Heizen immer wichtiger. Gepaart mit der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und den steigenden Gaspreisen sehen sich viele nach alternativen Heizmethoden um. Eine davon ist die Infrarotheizung. Wir haben einen Experten zu dieser modernen Heizungsart befragt.

Zur Person:   Seit 2019 ist Max Herk als Verkaufsleiter für Deutschland bei heatness® tätig. Die heatness® GmbH ist ein österreichisches Unternehmen und Spezialist in der Produktion und dem Vertrieb von Infrarotheizungen. Dank Herrn Herk’s langjähriger Erfahrung in der Branche und als Verkaufsleiter ist er auf den Gebieten Energie, Raumklima und Infrarotheizung ein wahrer Experte.

Wie genau funktionieren Infrarotheizungen?

Die Funktionsweise einer Infrarotheizung versteht man am besten, wenn man sie jener von klassischen Heizkörpern gegenüberstellt.

Gewöhnliche Heizkörper funktionieren nach dem Prinzip der Konvektion. Dabei steigt warme Luft nach oben und sinkt anschließend wieder ab. So entsteht ein sich ständig wiederholender Prozess, der die Raumluft erwärmt. Konvektionsheizungen haben bzgl. Wärmetransport zwei klare Nachteile: Es herrschen unterschiedliche Temperaturen im Raum vor und beim Lüften geht schnell Wärme verloren, da die warme Raumluft entweicht.

Die Infrarotheizung hingegen erwärmt nicht die Luft, sondern die Objekte in einem Raum. Die Infrarotstrahlen werden von diesen Objekten aufgenommen und anschließend nach und nach an den Raum abgegeben. Dabei ist das Infrarotlicht nicht sichtbar, hinterlässt aber auf der Haut ein ähnliches Wärmegefühl wie die Sonne oder ein Kachelofen. Beim Heizen mit Infrarot ist die Temperatur im gesamten Raum gleich und sinkt auch beim Lüften nicht, da die Wärme in den Objekten, Wänden etc. gespeichert ist.

Ist Infrarotstrahlung schädlich?

Nein, ganz im Gegenteil! Infrarotstrahlen, wie sie bei Infrarotheizungen zum Einsatz kommen, wird sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt. Es handelt sich dabei um die sogenannten Infrarot-C-Strahlen. Das ist langwellige Strahlung, die nur etwa 0,1-0,3 mm tief in die Haut eindringt und auf der Hautoberfläche ein angenehmes Wärmegefühl hinterlässt. Infrarot-C-Strahlen sind keinesfalls gleichzusetzen mit den tiefer eindringenden UV- oder Röntgenstrahlen.

Diese Infrarotstrahlen regen die Durchblutung an, können Verspannungsschmerzen lindern und sorgen für eine ausgewogene Luftfeuchtigkeit. Außerdem wird durch sie die Raumluft nicht aufgewirbelt, wovon wiederum Asthmatiker und Allergiker profitieren.

Entgegen allen Gerüchten verursachen Infrarotheizungen weder Kopfschmerzen, trockene oder gerötete Augen noch sind sie krebserregend. Hier gibt es also keinen Grund zur Sorge!

Kann man eine Infrarotheizung nachrüsten?

Ja, das ist das tolle an einer Infrarotheizung! Man kann sie jederzeit problemlos nachrüsten. Denn sie muss nirgends verbaut werden und ist komplett flexibel. Alles, was man dazu braucht, ist eine Steckdose in der Nähe und im Idealfall ein gut isoliertes Haus.

Je nach Art der Heizung kann man sie dann entweder an der Wand bzw. der Decke montieren oder sie als flexible Standheizung irgendwo im Raum aufstellen.

Kann man eine Infrarotheizung mit anderen Heizsystemen sinnvoll kombinieren?

Ja, die Infrarotheizung eignet sich auch ideal als Zusatzheizung! Dies bietet sich besonders für die Übergangszeit an. Denn gerade im Frühling und Herbst kommt es häufig zu Temperaturschwankungen. Während man an einem Tag die warme Sonne genießt, ist am nächsten Tag der dickste Pullover noch nicht warm genug.

In solchen Situationen reagieren durchlaufende Heizungen meist nicht schnell genug bzw. sind gerade in Mehrparteienhäusern häufig noch nicht bzw. nicht mehr aktiviert. Um dann nicht frieren zu müssen, sind Infrarotheizungen ideal. Sie lassen sich punktuell einsetzen und spenden binnen weniger Minuten wohlige Wärme.

Infrarotheizungen kommen am besten an jenen Orten zum Einsatz, an denen die Hauptheizung entweder nicht verbaut ist oder ein erhöhtes Wärmebedürfnis vorherrscht. Beispiele dafür sind ausgebaute Dachböden oder Keller, Räume mit Fliesenboden oder gemütliche Sitzecken im Wohnzimmer. An diesen Orten können die Infrarotstrahlen ihre Wirkung am sinnvollsten und effektivsten entfalten und für warme Stunden sorgen.

Wieviel kostet eine Infrarotheizung?

Betrachtet man die Kosten einer Infrarotheizung, so muss man zwischen Anschaffungs- und Betriebskosten unterscheiden. Die Anschaffungskosten sind bei Infrarotheizungen vergleichsweise gering. Dabei sind die genauen Preise immer von Größe, Art, Leistung und jeweiligem Hersteller abhängig. Kleinere Zusatzheizungen gibt es zum Beispiel schon unter 200 €.

Die Betriebskosten wiederum richten sich nach der Leistung, die die Heizung erbringen muss, sowie dem aktuellen Stromtarif. Nehmen wir zum Beispiel einen Raum mit einer Größe von 20 m2 und einer Deckenhöhe von 2,5 m. Das ergibt ein Heizvolumen von 50 m3. Dem legen wir einen Wattzahlbedarf von 25 Watt / m3, einen Strompreis von 0,32 € pro kWh sowie eine tägliche Nutzung von 10 h zu Grunde. Insgesamt kommen wir dann auf Betriebskosten von ca. 120 € pro Monat.

Welche Vor- und Nachteile haben Infrarotheizungen?

Wie bei jeder Heizung weist auch das Heizen mit Infrarot sowohl Vorteile als auch Nachteile auf. Allerdings überwiegen hier klar die Vorteile. Dazu zählen unter anderem:

  • niedrige Anschaffungskosten
  • flexible Einsetzbarkeit
  • angenehmes Wärmegefühl
  • gleichmäßige Wärmeverteilung
  • hohe Wirksamkeit gegen Schimmelbildung
  • ideal für ein gesundes Raumklima
  • lange Lebensdauer

Die Nachteile einer Infrarotheizung hingegen halten sich in Grenzen. So können die elektrischen Heizungen unter Umständen recht teuer werden. Das passiert aber in der Regel nur bei einem ungünstigen Stromtarif oder alten Gebäuden, die schlecht gedämmt sind. Zudem weisen Infrarotheizungen relativ hohe Emissionswerte auf, wenn der Strom dafür aus fossilen Energieträgern gewonnen wird. Beide Nachteile lassen sich jedoch mit der Investition in eine Sanierung und eine nachhaltige Stromgewinnung aus dem Weg räumen.

Kann man eine Infrarotheizung auch selber installieren?

Für gewöhnlich braucht es für die Montage keinen Spezialisten. Je nach Hersteller und Modell werden mit der Heizung bereits passende Schrauben, Dübel, Vorrichtungen, Schablonen etc. mitgeliefert, mit denen man sie ganz einfach selbst installieren kann.

Bei der Platzierung der Infrarotheizung gibt es aber ein paar wichtige Dinge zu beachten:

  • Infrarotheizungen sollten Außenwände gut anstrahlen.
  • Infrarotheizungen dürfen keine Fenster anstrahlen.
  • Infrarotpaneele dürfen nicht von großen Möbelstücken verdeckt werden.
  • In unmittelbarer Nähe zur Heizung muss sich eine Steckdose befinden.

Beachtet man diese Tipps, kann die Infrarotheizung ihre volle Wirkung entfalten und jederzeit für wohlige Wärme sorgen.

 

Vielen Dank für das Interview!

 
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