8
Shares
Pinterest WhatsApp

Holzboden ist nicht gleich Holzboden. Nicht nur das Erscheinungsbild, auch der Preis und die Eigenschaften unterscheiden sich. Anhand dieser 5 Kriterien bekommst du den Überblick und kannst dich richtig entscheiden: Massiv oder Mehrschicht; Parkett oder Diele; Verschraubt, Verklebt oder Klick-System; Geölt oder Versiegelt uvm.

Weitere Infos zu Fußböden findest du hier: Fliesenboden, verschiedene Bodenbeläge vergleichen

1.) Massivholz vs. Mehrschichtböden

Massivholzboden

Massive Dielen oder Parkett-Elemente bestehen aus einem einzigen Stück Vollholz. Dieser Boden ist ein echtes Naturprodukt – umweltschonend und gesund. Besonders nachhaltig ist ein Vollholzboden aus lokalen Hölzern, dessen Oberfläche mit Naturprodukten geölt oder gewachst wurde.

Der Massivholzboden kann bei ausreichender Dicke immer wieder abgeschliffen und ausgebessert werden und hält so über Generationen. Es gibt unzählige Beispiele von Gründerzeithäusern mit weit über 100 Jahre alten Holzböden, die ihr Lebensende noch lange nicht erreicht haben. Fehlstellen können ausgebessert werden und bei gröberen Beschädigungen können einzelne Parkett-Elemente oder Dielen ausgewechselt werden.

Vollholz ändert in Abhängigkeit vom Feuchtegehalt sein Volumen – so entstehen in den Trockenperioden Fugen, was manchmal als Nachteil angeführt wird. Je kleiner die Parkett-Elemente, desto kleiner die Fugen. Bei verschraubten Vollholzdielen hingegen wird empfohlen eine maximale Dielenbreite von 16cm einzuhalten, da sonst die Fugen zu breit werden.

Mehrschichtböden

Bei Mehrschichtböden werden mehrere dünne Holz-Schichten (meist 3) miteinander verklebt. Dieser Boden verändert seine Form kaum und es entstehen in den Trockenperioden daher auch keine Fugen. Dadurch wird das schwimmende Verlegen mit dem einfachen Klicksystem möglich. Der Einbau wird einfacher und günstiger und kann – mit etwas Geschick – sogar selbst vorgenommen werden.

Ein Nachteil dieser Böden ist, dass das oberste Holz – das Deckholz – nur wenige mm dick ist, somit kann der Boden nicht so gut und oft saniert werden und die Lebensdauer ist je nach Deckholzdicke mit rund 15-30 Jahren begrenzt.

2.) Form und Größe: Parkett oder Dielen

Parkett oder Dielen: Der Unterschied liegt in der Größe der Elemente! Parkett ist kleinformatiger und Dielen sind größer, vor allem aber länger. Früher hatten Dielen einfach die Länge des Stammes. Parkett wird in den unterschiedlichsten Mustern verlegt, Dielen werden parallel mit versetzten Stößen verlegt. Sowohl Dielen als auch Parkett gibt es als Vollholz oder als mehrschichtige Variante.

Mosaikparkett oder Industrieparkett: Hier werden Vollholzlamellen in vorgefertigten Verlege-Einheiten geliefert und mit dem Untergrund verklebt. Diese Böden sind meist dünner und günstiger als andere Parkettböden.

Stabparkett: Ein Stabparkett besteht aus einzelnen massiven Holzelementen. Sie werden mit Nut- und Feder untereinander verbunden und mit dem Untergrund entweder verschraubt oder verklebt. Genauso wie bei den Dielen kann auch der Stabparkett entweder aus Vollholz sein oder einen mehrschichtigen Aufbau haben. Es gibt die typischen Verlege-Muster für Stabparkett, zum Beispiel das Fischgrät-Muster, das Kassetten-Muster und viele mehr. Darüber hinaus gibt es auch noch den Tafelparkett, bei dem verschieden geformte und verschiedenfarbige Holztäfelchen mit zu aufwendigen geometrischen Mustern verleimt werden.

Dielenboden: großformatige Vollholzdielen werden durch Nut- und Feder miteinander verbunden und an den Untergrund geschraubt oder geklebt. Neben den Vollholzdielen gibt es auch noch die mehrschichtigen Aufbauten, die über ein praktisches Klick-System einfach und schwimmend verlegt oder verklebt werden können.

3.) Verlegeart: Schrauben, Kleben oder Klicken

Klicken, Kleben, Schrauben oder Nageln: Holzböden können auf unterschiedlichste Arten verlegt werden. Hier eine kleine Übersicht:

Schrauben: Wer einen Holzunterboden hat, einen Altbau saniert oder komplett auf Kleber verzichten möchte, kann seinen Holzboden verschrauben. Dazu muss es eine Holzunterkonstruktion gegeben. Ein Parkett zum Beispiel muss auf einem ebenen Holz-Unterboden verschraubt werden. Dielen hingegen können auch auf einer einfachen Lattung verschraubt werden. Der Abstand dieser Latten ist abhängig von der Dielendicke, der Holzart sowie von der Belastung (ca. 50cm). Früher wurden Holzböden auch oft genagelt, das wird heute jedoch kaum mehr gemacht, denn es führt zu knarrenden Böden.

Verkleben: Eine weitere Möglichkeit Holzböden zu verlegen ist das Verkleben. Verkleben bietet sich vor allem dort an, wo der Boden direkt – ohne Lattung oder Holzunterboden – auf einen Estrich verlegt werden soll. Bei einer Fußbodenheizung wird ohnehin empfohlen, den Holzboden zu verkleben, denn so funktioniert die Wärmeübertragung am besten. Der Estrich muss dafür ausreichen trocken und eben sein (+-2mm auf 2m).

Klicken: Ein Mehrschichtboden kann auch schwimmend verlegt werden. Denn im Unterschied zum Vollholzboden verändert er sein Volumen kaum. Die sogenannten Fertigparkett-Elemente werden einfach über Klick miteinander verbunden. Diese Art der Verlegung ist besonders einfach und kann problemlos auch in Eigenleistung erbracht werden.

Es kann vorkommen, dass im Laufe der Zeit einzelne Dielen oder Parkettteile ausgetauscht werden müssen. Zum Beispiel im Zuge eines Wasserrohrbruchs oder bei grober Beschädigung. Beim normalen Nut- und Feder-Boden ist das im Normalfall für einen Bodenleger kein Problem. Bei einem Klick-Parkett könnte es schwieriger werden. In jedem Fall ist es von Vorteil, wenn man sich ein paar Dielen vom Originalboden zur Seite legt und aufbewahrt.

4.) Oberflächenbehandlung von Holzböden

Geschlossene Oberfläche: Der Holzboden wird mit Lacken versiegelt. Dies macht den Fußboden unempfindlicher und pflegeleichter. Wenn jedoch Schäden im Boden entstehen, muss die ganze Oberfläche saniert werden. Ein partielles ausbessern ist nicht möglich.

Offene Oberflächen: Besonders nachhaltig und gut für das Raumklima sind offene Holzböden. Die Oberfläche wird mit hochwertigen Naturprodukten geölt oder gewachst. Dabei bleiben die Poren offen und das Holz bleibt atmungsaktiv. Der Holzboden wirkt antistatisch und feuchteregulierend. Schäden im Boden können lokal ausgebessert werden, es muss nicht gleich der gesamte Boden abgeschliffen werden. Die Pflege ist jedoch etwas sensibler – es sollte nicht zu oft und zu feucht gewischt werden und nur mit speziellen Putzmitteln. Verschüttete Flüssigkeiten müssen sofort vom Boden aufgewischt werden.

Gebürstete Oberflächen: Hier werden die weichen Holzbestandteile an der Oberfläche „ausgebürstet“. Die Oberfläche wird reliefartig und härter als bei rein geschliffenen Hölzern. Somit ist ein gebürsteter Boden robuster, es gibt weniger Kratzer und Dellen. Gebürstete Hölzer werden dann meist geölt. Doch wenn der Boden das erste Mal saniert und abgeschliffen wird, kommt wieder die ganz normale Holzoberfläche zum Vorschein.

Roh verbauter Holzboden: Dabei wird das Holz roh und ohne Fase eingebaut, wie es zum Beispiel beim klassischen Fischgrät-Parkett im Altbau üblich ist. Dann muss der Boden nach dem verlegen noch feingeschliffen und versiegelt werden. Die Oberfläche wird dann spiegelglatt, aber es wird teurer: ein zusätzlicher Arbeitsschritt vor Ort ist nötig, der sowohl zeitlich als auch punkto Kosten berücksichtigt werden muss.

Wohnfertig verbauter Holzboden: Heute gibt es häufig bereits vorbehandelte Böden die nach dem Einbau direkt wohnfertig sind. Zum Beispiel Dielen mit Fasen: diese werden bereits feingeschliffen und geölt geliefert und müssen nur noch verlegt werden. Berücksichtigt man nicht nur das Material sondern auch alle Arbeitsschritte, sind solche Böden oft günstiger als ähnliche die roh verbaut werden.

Unterboden: Der Untergrund für den Parkettboden muss eben und sauber sein und natürlich trocken. Die Unebenheiten des Unterbodens dürfen max. +-2mm auf 2m betragen. Wenn der Boden nicht eben genug ist muss er entsprechend vorbereitet werden. Grundsätzlich ist es möglich den Holzfußbodenbelag sowohl auf einem Estrich als auch auf einer Holzkonstruktion zu verlegen. Mehr dazu findest du hier.

5.) Was kosten die verschiedenen Holzböden? Dielen oder Parkett

Der Gesamtpreis für Vollholzböden variiert natürlich stark je nach Ausführung. Selbst für Eichen-Vollholzböden kann der Preis zwischen 60-115€/m² liegen. Hier sind einige Varianten und deren Kostenaufschlüsselungen in Euro pro qm Boden angeführt. Die Preise verstehen sich als grobe Anhaltspunkte inklusive Steuern aber ohne Unterkonstruktion. Der Untergrund muss eben, sauber und trocken sein, weitere Anforderungen wie zum Beispiel eine Trittschalldämmung etc. sind getrennt zu berücksichtigen, mehr dazu hier.

Klickparkett / Fertigparkett: ab ca. 50€/m²

  • Material: ab ca. 30€/m²
  • Klick-Verlegung: ca. 20€/m² (selbst verlegen ist möglich)

Mosaik-Parkett: ca. 70€/m²

  • Material: ca. 15€/m²
  • Verlegung (verkleben): ca. 20€/m²
  • Nachträgliches Schleifen, Versiegeln, Endreinigen: ca. 35€/m²

Stabparkett, Eiche, Fischgrät-Muster: ab ca. 90€/m²

  • Material: ab ca. 30€/m²
  • Verlegung (Verkleben): ca. 25€/m²
  • Nachträgliches Schleifen, Versiegeln, Endreinigen: 35€/m²

Wohnfertig verbaute Vollholz- Eichendielen: ab ca. 60€/m²

  • Material (Massivholzdiele Eiche, wohnfertige Oberfläche, geölt): 30€/m²-80€/m²
  • Verlegen (Verkleben): 25€/m²
  • Alternative Verlegung (Verschraubung auf Lattung): ca. 35€/m²

Angebote für Bodenleger

Hier bekommst du direkt unverbindliche Angebote von Bodenlegern in deiner Gegend.

Angebote für Bodenleger holen

 

Autorin: K.R.

Foto: pixabay.com

 
Anzeige