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Welche Förderungen gibt es beim Hausbau? Hier siehst du auf einen Blick die verschiedenen Möglichkeiten – für ganz Deutschland. Geförderte Kredite, Baukindergeld, Zuschüsse und Steuerersparnisse rund um den Hausbau.

Es gibt eine Vielzahl an Förderungen. Gerade in Zeiten wie diesen, wo sich immer weniger Menschen Wohnraum leisten können, möchte die Politik mit neuen Förderungen gezielt Maßnahmen setzen. Jungfamilien sollen gefördert werden, ebenso wie Energieeffizientes Bauen. Doch eine Förderung zu bekommen, heißt noch lange nicht, dass du einen finanziellen Vorteil daraus trägst. Genaues nachrechnen ist unerlässlich um im Einzelfall zu entscheiden ob eine Förderung auch wirklich Sinn macht.

KfW-Kredit

Eine kurze Übersicht der KfW-Kredite für Hausbau oder Hauskauf-Projekte findest du hier:

KfW-Kredit Wohneigentumsprogramm

  • 50.000Euro Kreditsumme
  • Laufzeit bis zu 25Jahre
  • 10 Jahre Zinsbindung mit effektiven Jahreszins von 1,4%.

Die Kreditkonditionen für das KfW-Wohneigentumsprogramm hauen einen zwar nicht gerade vom Sockel, aber viele Berater argumentieren hier, dass dieser Kredit im Grundbuch nachrangig behandelt wird und dadurch bessere Konditionen beim erstrangigen Kredit erzielt werden können. Die Vorteile und Details müssen im Einzelfall genau geprüft werden. Gefördert werden alle die sich ihr Eigenheim bauen oder kaufen, egal ob alt oder neu und ob Haus oder Wohnung. Dieser KfW-Kredit kann gleichzeitig mit dem KfW-Programm Energieeffizient bauen beantragt werden.

KfW-Kredit „Energieeffizient bauen“

  • 100.000Euro Kreditsumme
  • Laufzeit bis zu 30 Jahre
  • 10 Jahre Zinsbindung mit effektiven Jahreszins von 1%.
  • Zusätzlicher Tilgungszuschuss wird dem Kredit gutgeschrieben, dieser beträgt je nach Energieeffizienz 5000€ (für KFW 55), 10.000€ (für KFW 40), oder 15.000€ (für KFW 40Plus).

Diese Konditionen sind nicht schlecht! Gefördert werden allerdings nur neue Wohnungen oder Häusern die energieeffizient sind. Im Konkreten werden also: KfW-Effizienzhaus 55, KfW-Effizienzhaus 40 und KfW-Effizienzhaus 40 Plus.

Baukindergeld

Das Baukindergeld gibt es seit September 2018 und es bekommen Familien die ihr Eigenheim bauen oder kaufen. Je Kind erhalten diese Haushalte 12.000Euro auf 10 Jahre aufgeteilt, also 1200Euro pro Jahr.

Voraussetzung dafür ist, dass das Jahres-Haushaltseinkommen (bei einem Kind) in den letzten beiden Jahren im Schnitt geringer war als 90.000Euro war. Je weiterem Kind erhöht sich der Grenzwert um 15.000Euro. Genauere Infos kannst du hier nachlesen.

Wohn-Riester-Darlehen

Es gibt verschiedene Riester-Verträge, die allesamt die private Altersvorsorge von Arbeitnehmern unterstützen sollen. Gefördert wird bei allen Riester-Verträgen einerseits durch Zulagen und andererseits durch Steuervorteilen. Als Zulage bekommen Erwachsene bis zu 175€ pro Jahr und Kinder bis zu 300€ pro Jahr. Eine Familie mit 4 Kindern die nach 2008 geboren wurden, würde demnach 1550€ Zulagen pro Jahr bekommen.

Einer dieser Riester-Verträge ist das Wohn-Riester-Darlehen. Hierbei wird die Anschaffung einer selbst genutzten Immobilie gefördert. Die jährlichen Riester-Zulagen werden hier direkt für die Tilgung verwendet. Nachher, im Rentenalter muss das Riester-Vermögen zwar versteuert werden, doch mit deutlich niedrigerem Steuersatz.

Ein Wohn-Riester-Darlehen hätte bei gleichen Konditionen also klare Vorteile gegenüber einem nicht geförderten Darlehen. Doch oft sind die Kreditkonditionen für ein Wohn-Riester-Darlehen deutlich schlechter. Vergleiche also genau den effektiven Jahreszins und berechne die jährlichen Zulagen mithinein, dann siehst du schnell, ob sich ein Wohn-Riester-Darlehen für deine Familie lohnt.

Weitere bundesweite Förderungen und Zuschüsse zum Neubau

Neben den beiden oben genannten geförderten Krediten und dem Baukindergeld gibt es deutschlandweit auch noch andere Förderungen und Zuschüsse:

  • Förderung der Energieberatung Wohngebäude
  • Zuschuss Baubegleitung
  • Zuschuss Brennstoffzelle und das Baukindergeld.

Alle KfW-Förderprogramme findest du hier: KfW Programme für Neubau

Hausbau Förderungen der einzelnen Bundesländer

In den einzelnen Bundesländern gibt es meist noch weitere geförderte Darlehen und andere Zuschüsse. Welche Fördermittel prinzipiell in deiner Region möglich sind, findest du hier:

Darüber hinaus gibt es auch noch Förderungen der katholischen oder evangelischen Kirche. Meist in Form von vergünstigten Erbbaurechten. Genaueres dazu kannst du hier nachlesen:

Sonstige Steuerersparnisse rund ums Eigenheim

Arbeitszimmer steuerlich absetzen

Ein Arbeitszimmer im neuen Eigenheim kann in manchen Fällen von der Steuer abgesetzt werden:

Sowohl Arbeitnehmer als auch Selbständige können das Arbeitszimmer zur Gänze von der Steuer abschreiben, wenn es der Mittelpunkt der beruflichen Tätigkeit darstellt. Das wäre zum Beispiel bei Selbständigen der Fall, wenn diese zuhause arbeiten.

Bis maximal 1250Euro jährlich können Arbeitnehmer oder Selbständige abschreiben, wenn das Arbeitszimmer zwar nicht der Mittelpunkt ihrer Tätigkeit ist, aber sie sonst keinen anderen zumutbaren Arbeitsplatz zur Verfügung haben. Dies würde zum Beispiel bei Lehrern und Außendienstmitarbeitern zutreffen.

Sowohl die Baukosten, als auch die Zinsen und die laufenden Betriebskosten können mit dem prozentuellen Anteil für diesen Arbeitsraum abgeschrieben werden: Bei einem Haus mit 162m² Wohnfläche und einem Arbeitsraum mit 16m², wäre der Anteil somit 16/162*100 = 9,9%. Die Einrichtung für das Arbeitszimmer kann natürlich voll mit hinein gerechnet werden. Bei den Arbeitnehmern sind diese Kosten als „Werbungskosten“ abzusetzen, bei Selbständigen sind das „Betriebsausgaben“.

Handwerkerbonus

20% der Handwerkerkosten (für Erhalt und Renovierung, Achtung: KEINE NEUBAUMAßNAHMEN) kannst du direkt von der Steuer abziehen. Dies gilt bis max. 6000€ Handwerkerkosten pro Jahr, womit also bis zu 1200€ Steuern gespart werden können. Auch die Kosten für Verbrauchsmaterial und Anfahrtskosten sind inkludiert. Die Rechnung muss jedoch überwiesen oder mit Kreditkarte gezahlt werden, eine Barzahlung wird vom Finanzamt nicht anerkannt.

Das gilt für alle Handwerkerarbeiten für den Erhalt oder die Renovierung in deinem Eigenheim, ganz egal ob in der Eigentumswohnung, dem Haus oder am Grundstück.

Haushaltsnahe Dienstleistungen können extra als Steuerermäßigung geltend gemacht werden. Darunter zählen dann auch Putzarbeiten, Babysitten, Gartenarbeiten. Hier können 20% von max. 20.000€ pro Jahr, also max. 4.000€

Steuervergünstigungen für Denkmalschutz und in Sanierungsgebieten

Bei Sanierungsmaßnahmen von denkmalgeschützten Gebäuden oder in einem Sanierungsgebiet können über 10 Jahre hinweg 90% der Baukosten als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt werden.

Weitere Beiräge rund um die Finanzierung

 

Bild: pixabay

 
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