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Vergleiche hier die verschiedenen Heizsysteme: Wärmepumpe Sole, Luft, Wasser, Pellets, Gas, Öl, Infrarot… Welche Heizung ist für dein Haus am besten? Welches Heizsystem am günstigsten in der Anschaffung und im Betrieb und wie steht es um die Nachhaltigkeit?

Auch interessant in diesem Zusammenhang sind die beiden Experteninterviews: Nachhaltig Bauen und Energetischen Sanieren.

Welche Heizung ist die Beste?

Die Wahl der idealen Heizung ist immer in Abhängigkeit vom Bauwerk zu sehen. Ist es ein sehr gut gedämmter Neubau oder sogar ein Passivhaus, dann sind andere Heizsystem optimal, als wenn es sich um einen Altbau handelt. Das ideale Heizsystem ist also vom Heizwärmebedarf abhängig.

Auch die Gesetzlichen Vorgaben beeinflussen die Wahl des Heizsystems. Die früher sehr beliebten Gas- und Ölheizungen sind beim heutigen Neubau – wenn überhaupt – nur noch unter strengen Auflagen möglich. Ab 2026 dürfen in Deutschland keine reinen Ölheizungen mehr eingebaut werden. Und die CO2-Steuer, die im Januar 2021 in Deutschland eingeführt und danach jährlich erhöht wird macht das Heizen mit Erdgas und Erdöl teuerer.

In Österreich dürfen bereits heute (ab 2020) im Neubau keine Öleizungen und ab 2025 keine Gasheizungen mehr eingebaut werden.

Energieeffiziente Heizungsarten und die Nutzung erneuerbarer Energie werden auch vom Gesetzgeber großzügig gefördert. Für den Neubau gibt es zum Beispiel BAFA-Förderungen für Solarthermie von 30%, Pellets-, Hackschnitzel- und Wärmepumpen-Anlagen werden mit 35% gefördert. Wer auf neue Technologien setzt und eine Brennstoffzellen-Anlage einbaut, bekommt einen Zuschuss von bis zu 40% (Abhängig von der Leistung). Mehr dazu und alle Links findest du im Beitrag: Förderungen.

Heizung im Neubau

Ein normaler Neubau hat heute einen Heizwärmebedarf von etwa 25-45kWh/(m²a). Die meisten neu gebauten Einfamilienhäuser fallen heute wohl in diese Kategorie. Hierfür eignen sich die folgenden Heizsysteme:

  • Wärmepumpe (Niedertemperatur-Wasser-Wärmeverteilung bis 35°C) mit Wand- oder Fußbodenheizung. Die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage ist möglich und empfehlenswert.
  • Pellets- oder Stückholz-Zentralheizung ist ebenfalls möglich. Die Kombination mit einer Solarthermie ist sehr zu empfehlen.
  • Fernwärme ist zu empfehlen, wenn eine Anschlussmöglichkeit vor Ort besteht.
  • Wer sich für neue Heiztechnologien interessiert sollte sich auch die Brennstoffzellenheizung zur Wärme- und Stromerzeugung ansehen. Ein Gasanschluss ist allerdings erforderlich.

Heizung im Passivhaus

Für ein Passivhaus mit einem sehr geringem Heizwärmebedarf von bis zu 15kWh/(m²a) oder noch weniger müssen andere Heizsysteme eingebaut werden. In Frage kommen zum Beispiel:

  • Wohnraumlüftung mit Luftheizung (Passivhaussystem): die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage wird empfohlen. Dieses System funktioniert nur bei einem sehr geringem Heizwärmebedarf von weniger als 10kWh/(m²a).
  • Wohnraumlüftung mit Luftheizung und Niedertemperatur-Wasser-Wärmeverteilung bis 35°C (für eine Wand- oder Fußbodenheizung), die Kombination mit Photovoltaik wird empfohlen.
  • Erd- oder Luft-Wärmepumpe mit Niedertemperatur-Wasser-Wärmeverteilung bis 35°C für eine Wand- oder Fußbodenheizung. Die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage wird empfohlen.
  • Elektroheizung: zum Beispiel eine Infrarotheizung mit Solaranlage und eventuell auch in Kombination mit Photovoltaik. Auch dieses System funktioniert nur bei einem sehr geringem Heizwärmebedarf von weniger als 10kWh/(m²a).
  • Ein Kamin- oder Kachelofen als Ganzhausheizung in Kombination mit einer Solaranlage ist möglich. Auch die Kombination Kamin- oder Kachelofen mit einer Luftheizung ist möglich.

Heizsysteme für den Altbau

Ein un- oder schlecht-gedämmter Altbau benötigt weit mehr Heizwärme. Alte Heizkörper benötigen hohe Vorlauftemperaturen. Heizsysteme für den Altbau müssen also in der Lage sein viel Heizwärme zu produzieren. Der Energieträger sollte möglichst günstig und erneuerbar sein.

Daher eigenen sich besonders Pellets- oder Stückholz-Zentralheizungen in Kombination mit Solarthermie. Aber auch Fernwärme eignet sich ausgezeichnet für den Altbau.

Ist der Altbau entsprechend gedämmt und die Heizkörper entsprechend ausgelegt ist natürlich auch eine Wärmepumpe gut geeignet.

Wenn ein Gasanschluss vorhanden ist, ist der Austausch der alten Gasheizung durch eine Brennstoffzellenheizung im Altbau eine interessante Möglichkeit. Hier wird gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt.

Der Heizungsaustausch und die Heizungsoptimierung wird übrigens großzügig vom Staat gefördert. Mehr zu den Fördermöglichkeiten für die Altbausanierung und Umbau erfährst du hier.

Gasheizung und Ölheizung

Die früher so beliebten Öl- und Gasheizungen werden heute immer weniger eingebaut. Grund dafür sind strenge gesetzliche Vorgaben. Nicht-erneuerbarer Energieträger sollen nach und nach verdrängt werden.

Ab 2026 dürfen in Deutschland keine reinen Ölheizungen mehr eingebaut werden. Wenn kein Gasanschluss vorhanden ist, könnte man theoretisch also noch eine Ölheizung einzubauen. Praktisch werden heute aber kaum noch Ölheizungen im Neubau eingesetzt.

Zudem wird ab Januar 2021 eine deutschlandweite CO2-Steuer eingeführt, die danach jährlich erhöht wird. Bei einem Heizwärmebedarf von 10.000kWh käme es im Jahre 2025 zu zusätzlichen Abgaben von rund 121€ für Erdgas und 154€ für Heizöl.

Hybride Heizungssysteme die nur sehr wenig nicht-erneuerbare Energie benötigen dürfen aber weiterhin eingebaut werden.

Ein Erdgas-Brennwertkessel mit Solaranlage für Warmwasser und zur Heizungsunterstützung ist im Neubau zulässig wenn gewisse zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden: zum Beispiel die Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, oder wenn der Wärmeschutz der Gebäudehülle noch zusätzlich etwas erhöht würde, siehe dazu auch den Beitrag zum Energieausweis.

Eine neue Art der Gasheizung ist die Brennstoffzellenheizung, die gleichzeitig Wärme und Strom erzeugt und staatlich gefördert wird, mehr dazu hier.

Es gibt auch die Möglichkeit einen gewissen Prozentsatz an Biogas (Biomethan) zuzugeben, zum Beispiel 10% Biogas und 90% Erdgas. Ein moderner Brennwertkessel ist dafür geeignet. Der Biogasanteil wird dabei einfach in das Gasnetz eingespeist, der Verbraucher merkt keinen Unterschied. Leider wird der Biogas-Anteil in der Verordnung momentan nicht als erneuerbare Energie angesetzt. Was nicht ganz nachvollziehbar ist, denn Biogas ist erneuerbar.

In Österreich dürfen ab heute (2020) im Neubau keine Ölheizungen mehr verbaut werden, ab 2021 sind sie beim Heizungstausch nicht mehr zulässig, ab 2025 müssen Ölheizungen die vor 2000 eingebaut wurden gegen ein neues Heizsystem ausgetauscht werden und ab 2035 gibt es keine Ölheizungen mehr in Österreich. Auch die Gasheizung soll in Österreich ab 2025 im Neubau nicht mehr eingebaut werden dürfen.

Kosten für Gasheizung

  • Die Anschaffungskosten für eine Öl- oder Gas-Niedertemperatur-Brennwertkessel in Kombination mit Solarthermie für Warmwasser und Heizungsunterstützung liegen in etwa bei rund 15.000€.
  • Betriebskosten: Die Betriebskosten sind für Öl- und Gasheizungen relativ günstig. Die Gasheizung ist etwas günstiger als die Ölheizung. Einmal pro Jahr ist eine Wartung nötig und Rauchfangkehrer-Kosten fallen an. Achtung: durch die neue CO2 Steuer werden die Betriebskosten ab 2021 jährlich schrittweise teuerer.

Pelletheizung / Stückholzheizung

Pellets sind nachhaltig, da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. In wenig oder gar nicht gedämmten Altbauten, wo viel Heizenergie erforderlich ist, sind Pellets eine sehr gute Heizoption. Die Anschaffungskosten sind zwar im Vergleich höher, aber die Betriebskosten sind günstiger. Zu beachten ist, dass hier ein Heizraum sowie ein Pelletslager nötig ist. Einmal pro Jahr ist eine Wartung nötig und auch Rauchfangkehrer-Kosten fallen an.

Wenn die Pelletsheizung für Niedrigenergiehäuser eingesetzt werden soll, sind die Kessel dafür meist zu groß, es wird zu viel Heizwärme produziert die nicht auf einmal benötigt wird. Daher ist dann der Einsatz von Pufferspeicher sinnvoll, damit die Erzeugte Wärme gespeichert und Zeitversetzt verwendet werden kann.

Stückholzheizungen sind ähnlich wie Pelletsheizungen, sie sind in der Anschaffung etwas günstiger aber weniger komfortabel im Betrieb. An kälteren Tagen muss häufig nachgeheizt werden.

Kosten für Pelletheizung

  • Anschaffung: rund 20.000€
  • Betriebskosten: im Vergleich zu Gas und Öl günstiger

Fernwärme

Ein Fernwärmeanschluss ist nicht allerorts vorhanden. Grundsätzlich hat sie aber einen hohen Wirkungsgrad, ist effizient, unabhängig, wirtschaftlich und oft besonders nachhaltig.

Außer den Anschlusskosten gibt es kaum Investitionskosten, auch Service und Wartung entfallen.

Kosten für Fernwärme

  • Anschaffung: vergleichsweise günstig rund 7.000€ für Anschlusskosten und Montage

Wärmepumpe

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, das Prinzip ist aber gleich: Der Umgebung (Luft, Erde oder Grundwasser) wird Wärme entzogen. Diese Wärme wird mit Hilfe eines Leitmittels (meist Wasser) im Gebäude verteilt. Ein Experteninterview zum Thema Wärmepumpen Vergleich findest du hier.

Wärmepumpen können nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen (bis 35°C) effektiv betrieben werden. Für Gebäude mit einem hohen Heizwärmebedarf sind sie weniger geeignet. Fehlende Energie und die Hilfsenergie für den Betrieb wird mit Strom erzeugt. Die Wärmepumpe ist somit eigentlich eine Art Elektroheizung. Je effektiver die Wärmepumpe arbeitet umso weniger Storm ist nötig.

Zur Wärmeverteilung eignen sich Flächenheizungen wie Fußboden- oder Wandheizungen am besten. Wer klassische Heizkörper einsetzen will sollte diese sehr groß dimensionieren, nur so ist es möglich einen Raum trotz der niedrigen Vorlauftemperatur aufzuheizen.

Eine Kombination mit einem Speicher und einer Photovoltaikanlage ist sinnvoll, selbst erzeugter Strom kann damit optimal genutzt werden. Hier findest du einen interessanten Erfahrungsbericht zur Photovoltaikanlag mit Luftwärmepumpe: https://baugorilla.com/photovoltaik-anlage-erfahrungsbericht

Es ist möglich und auch empfehlenswert eine Heizung auf einen etwas geringeren Heizwärmebedarf auszulegen und an besonders kalten Tagen mit einem Kachel- oder Kaminofen zuzuheizen. Das kann eine sehr effektive, nachhaltige und dadurch optimale Lösung darstellen.

Außerdem kann die Wärmepumpe auch sehr effizient zum Kühlen der Wohnung im Sommer eingesetzt werden. Dann sollte die Wärmepumpe über eine Kühlfunktion verfügen. Die Kühlung ist angenehmer als bei einer Klimaanlage, da keine Luft zirkuliert. Die Wärmepumpe kühlt über die Heizflächen also zum Beispiel über den Fußboden. Besonders effizient und Stromsparend ist die passive Kühlung mit einer Erd- oder Grundwasserwärmepumpe. Mehr dazu im Beitrag: Kühlen der Wohnung im Sommer .

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Der Außenluft wird die Wärme entzogen und mit Wasser wird die Wärme im Haus verteilt. Dies ist die kostengünstigste Wärmepumpe, bringt aber auch am wenigsten Heizwärme ein – im Vergleich zu den anderen Wärmepumpen-Systemen. Die Luft-Wärmepumpe ist damit für Häuser mit wenig Heizwärmebedarf effektiv (zum Beispiel 25kWh/(m²a)). Bei der Planung ist auf die Geräuschentwicklung der Luft-Wärmepumpe zu achten.

Sole-Wasser Wärmepumpe: Erdwärme („Sole“) wird der Erde unterhalb der Frostgrenze entzogen und für die Heizung genutzt. Diese Wärme wird ebenfalls mit Hilfe von Wasser im Haus verteilt. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: zum Beispiel mit flächig ausgelegte Erdkollektoren, Tiefbohrungen oder Grabenkollektoren. Die Erd-Wärmepumpe ist in der Anschaffung etwas teurer als die Luft-Wärmepumpe, benötigt aber weniger Strom im Betrieb. Erdwärmesonden können bis zu 100 Jahre halten. Je höher der Heizwärmebedarf, desto höher die Investitionskosten für die Wärmepumpe.

Grundwasser-Wärmepumpe: Diese Art der Wärmepumpe arbeitet am effektivsten, sie benötigt am wenigsten Strom. Die Investitionskosten sin allerdings am höchsten.

Kosten für Wärmepumpe

  • Anschaffungskosten:
    • Luft-Wärmepumpe: ca. 15.000€ (je nach Nennleistung, bis 35kW)
    • Sole-Wärmepumpe: 18.000-25.000€ (je nach Nennleistung und Sonde/ Kollektor)
    • Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 25.000€ (je nach Nennleistung, bis 50kW)
  • Betriebskosten: Die laufenden Kosten sind abhängig vom Strompreis und vom Heizwärmebedarf eines Hauses. Für ein durchschnittliches neues Einfamilienhaus, unter Berücksichtigung von Wirkungsgrad, Kosten für Wartung und Versicherung sowie der Stromkosten können die Betriebskosten wie folgt abgeschätzt werden:
    • Grundwasserwärmepumpe: circa 400 € Betriebskosten im Jahr
    • Erdwärmepumpe: circa 450 € Betriebskosten im Jahr
    • Luftwärmepumpe: circa 600 € Betriebskosten im Jahr

Weitere Infos zur Wärmepumpe kannst du im Experteninterview nachlesen.

Wohnraumlüftung als Heizung (Passivhaussystem)

Beim Passivhaus ist der Heizwärmebedarf besonders niedrig und liegt bei 15kWh/(m²a) oder weit weniger. Die Heizung muss also weit weniger leisten als bei einem normalen Haus. Dadurch besteht die Möglichkeit die Wohnraumlüftung mit der Heizung zu kombinieren.

Luftheizung: bei der Luftheizung wird die Wärme der Abluft sowie ein zusätzliches Heizgerät genutzt um die frische Zuluft anzuwärmen. Im Sommer kann die Luft hingegen vorgekühlt werden. Diese Heizung ist nur bei absolut niedrigen Heizwärmebedarf möglich (weniger als 10 kWh/(m²a). Die Luftheizung ist günstig in der Anschaffung, so wie die Wärmepumpe gehört auch die Luftheizung zu den Elektroheizungen. Ein Nachteil ist, dass die Anlage rund um die Uhr auf voller Stufe laufen muss, damit das Haus nicht auskühlt.

Luft- Warmwasserheizung: Eine andere Möglichkeit ist die Luftheizung mit einer wasserführenden Heizung (Fußbodenheizung) zu kombinieren. Bei dieser Variante ist der Einsatz nicht nur im Passivhaus möglich, sondern auch im Niedrigenergiehaus (bis etwa 25kWh/(m²a).

Kombination mit Kachelofen oder Kamin: Zusätzlich zur Luftheizung kann ein Kachel- oder Kaminofen Sinn machen. An besonders kalten Wintertagen gibt es eine zusätzliche gemütliche Feuerstelle. Diese zusätzliche Wärme ist dann aber natürlich nicht in jedem Raum gleich, für offene Grundrisse ist die Ergänzung besonders geeignet.

Infrarotheizung / Elektroheizung

Eine Innovative neue Art der Heizung ist die Infrarotheizung. Sie ist eine sehr effiziente Elektro-Direktheizung. Sinnvoll ist die Kombination mit einer Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher. Zu bedenken ist, dass die Photovoltaik-Anlage im Winter weniger Strom erzeugen kann. Diese Heizungsart kann bei einem sehr geringem Heizenergiebedarf sinnvoll sein.

Zur Wärmeverteilung kommen Infrarotpaneele zum Einsatz. Wände können aber auch mit Heizanstrichen, Heizmatten und Heiztapeten versehen werden. Mit speziellen Flachkabeln werden diese Flächen an das Stromnetz angeschlossen und die Oberflächentemperatur kann geregelt werden. Das ist auch im Nassbereich möglich, Oberflächen können übermalt werden und sogar Löcher oder Nägel können nachträglich in diese Oberflächen eingebracht werden.

Kosten für Infrarotheizung

  • Anschaffung: vergleichsweise günstig, rund 100-140€/m² für den Heizanstrich an den Innenseiten der Außenwände.
  • Betriebskosten: abhängig vom Strompreis – kann Sinn machen, wenn aufgrund der Gebäudehülle sehr wenig Energie verbraucht wird und der Strom vor Ort durch eine Photovoltaikanlage erzeugt wird.

Privates Blockheizkraftwerk

Blockheizkraftwerke werden auch als KWK-Anlagen (Kraft-Wärme-Kopplung) bezeichnet. Es ist wie ein Minikraftwerk, liefert Strom und Wärme. Die KWK-Anlage funktioniert gut für mehrere Einheiten, für ein einziges Einfamilienhaus ist diese Technologie noch nicht vollkommen ausgereift. Die Anschaffungskosten sind mit rund 35.000€ teuer, dafür sind die Betriebskosten dann günstig.

Eine interessante Alternative zum Blockheizkraftwerk fürs Einfamilienhaus ist die Brennstoffzellenanlage. Ihr Wirkungsgrad ist höher, die Anlage ist kleiner, leise und sie wird großzügig vom Gesetzgeber gefördert.

Brennstoffzellen-Anlage

Die Brennstoffzellenheizung ist am deutschen Heizungsmarkt gerade am Vormarsch. Sie erzeugt mit Hilfe der Wasserstoff-Technologie Strom und Wärme gleichzeitig und ist vom Gesetzgeber gefördert, wodurch sie wirtschaftlich interessant wird. Voraussetzung ist ein Gasanschluss.

Kosten für Brennstoffzellenheizung

  • Anschaffung: Ein gängiges Gerät im Einfamilienhaus kostet rund 35.000€. Die Förderzuschüsse sind Abhängig von der Leistung des Geräts und machen in etwa 10.000€ aus. Bleiben also rund 25.000€ selbst zu bezahlen.
  • Betriebskosten:
    • Gas-Kosten sind etwas höher als beim herkömmlichen Gas-Brennwert-Gerät.
    • Stromkosten können eingespart werden – das Einsparungspotential liegt bei etwa bis zu 60%

Damit sich die Brennstoffzellenheizung rentiert, müssen die Einsparungen bei den Stromkosten hoch genug sein.

Einen ausführlicheren Beitrag zur Brennstoffzellenheizung und Wasserstoff-Technologie findest du hier.

Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur mit der das warme Wasser in das Heizsystem eingespeist wird. Eine geringe Vorlauftemperatur macht ein Heizsystem besonders Energieeffizient. Die erforderliche Vorlauftemperatur hängt vom Heizkörper ab, aber auch von Wärmedämmung des Gebäudes und der Raumnutzung, bei Fußbodenheizungen auch vom Bodenbelag.

Je größer die Heizkörper dimensioniert sind um so niedriger lässt sich die Vorlauftemperatur einstellen. Mit einer Flächenheizung lassen sich die Vorlauftemperaturen noch weiter senken.

  • Alte Heizkörper in Altbauten haben noch recht hohe Vorlauftemperaturen von rund 75°-90°C.
  • Moderne Heizkörper haben bereits niedrigere Vorlauftemperaturen von 55°-75°C.
  • Flächenheizungen wie Fußbodenheizungen oder Wandheizungen können mit sehr geringen Vorlauftemperaturen betrieben werden 25°C – 55°C.

Wärmeverteilung

Die Wärmeverteilung kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. Neben dem klassischen Heizkörper werden heute oft Flächenheizung wie Fußboden- oder Wandheizungen eingesetzt. Die Auswahl ist unter anderem auch vom gewählten Heizsystem, der Vorlauftemperatur und der Gebäudehülle abhängig.

Klassischer Heizkörper / Radiator

Klassische Heizkörper (auch Radiator genannt) werden meist mit Hilfe von Warmwasser erhitzt. Die Wärme wird dann teils über Wärmestrahlung und teils über natürliche Konvektion an die Umgebung abgegeben.

Vorteile:

  • Günstig, hohe Lebensdauer und viele verschiedene Designmöglichkeiten
  • Heutige Flachheizkörper sind bereits viel Energieeffizienter als ältere Modelle.

Nachteile:

  • Die Aufheizung des Raumes dauert länger als bei der Konvektorheizung.
  • Es ist eine höhere Vorlauftemperatur nötig oder die Heizkörper müssen sehr groß ausgelegt werden – kein effizienter Betrieb bei Wärmepumpen möglich.

Konvektorheizung

Bei der Konvektorheizung wird kühle Luft von unten durch das Heizelement geführt und erwärmt. Warme Luft strömt dann oben aus dem Heizkörper wieder heraus, zur besseren Verteilung sind Ventilatoren eingebaut (erzwungene Konvektion). Im Raum entsteht eine Luftzirkulation.

Vorteile:

  • Schnelles Aufheizen ist möglich
  • Die Umgebung erwärmt sich gleichmäßiger
  • Niedriger Energieverbrauch, geringe Vorlauftemperatur und damit auch für Wärmepumpen geeignet.

Nachteile:

  • Durch die Luftzirkulation wird auch Staub aufgewirbelt
  • Die Ventilatoren arbeiten nicht geräuschlos

Flächenheizung: Fußbodenheizung und Wandheizung

Bei der Flächenheizung wird die Wärme über eine sehr große Fläche abgegeben zB. über den ganzen Fußboden oder eine ganze Wand. Dadurch sind sehr geringe Vorlauftemperaturen möglich und die Heizung wird besonders Energieeffizient und wirtschaftlich. Eine Flächenheizung ist somit auch gut für die Wärmepumpe geeignet.

Die Wärme wird rein über Wärmestrahlung verteilt. Das wird von vielen Menschen als behaglich empfunden. Es kommt zu keiner Luftzirkulation und ist deshalb auch gut für Allergiker geeignet.

Fußbodenheizung

  • Es ist ein geeigneter Fußbodenaufbau zu wählen.
  • Die Aufheizung des Raumes dauert länger, da zuerst der ganze Estrich aufgeheizt werden muss.
  • Hat die Fußbodenheizung sehr hohe Temperaturen, kann das bei Venenproblemen ungünstig sein.

Wandheizung

Eine Wandheizung kann wasserführend oder elektrisch sein. Die Heizelemente werden so in die Wand integriert, dass sie von außen nicht sichtbar sind. Es gibt dafür folgende Möglichkeiten:

  • Wasserführende Heizungsrohre werden als Trockenbauelemente (wie Gipskartonplatten) oder frei unter dem Putz verlegt.
  • Elektrische Wandheizungen oder Infrarotheizungen können in Form von Heizmatten, Heiztapeten oder Heizanstrichen verlegt werden. Der Anschluss an das Stromnetz erfolgt über spezielle Flachkabel.

Die Besonderheiten einer Flächenheizung sind:

  • Das Aufheizen des Raumes geht schneller als bei der Fußbodenheizung
  • Die Wandheizung schütz die Wand gleichzeitig vor Feuchte und Schimmel
  • Die beheizte Wand soll nicht mit Möbel zugestellt werden

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Weitere Bauteile

Mehr zu den einzelnen Bauteilen beim Hausbau findest du hier. Dabei gibt es Infos zu: Raumkühlung und Klimaanlagen, ElektroinstallationGründung, Wandaufbau, Fenster, Dach, Fundament, Wärmedämmung und Fußbodenaufbau.

 

Foto: pixabay

 
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2 Kommentare

  1. Jeronimo
    2020-07-26 in 12:52 — Antworten

    Insgesamt ein interessanter Beitrag aber einen Kommentar will ich hier für potentielle Häuslebauer/Käufer einbringen.

    Genau wie Öl- oder Gasheizungen nicht mehr zeitgemäß sind, sind auch Pellets- oder Stückholz-Zentralheizung nicht zeitgemäß, speziell wenn diese in schlechtgedämmten Häusern eingesetzt werden. Auch Holz, neben Öl oder Gas, ist im Grunde schon seit dem Mittelalter KEIN nachwachsender Rohstoff mehr! Die Entwaldung schreitet immer weiter voran und ist zusammen mit der Verbrennung von fossilen Brennstoffen maßgeblich verantwortlich für die durch den Menschen verursachten globale Erwärmung.

    Einzig sinnvolle Maßnahme im Neu- sowie Altbau ist, Dämmen was das Zeug hergibt. Dämmung muss im Gegensatz zu einer Heizung auch nicht nach 15-20 Jahren erneuert werden und kostet weniger Geld als jegliche technische Lösungen. Als wir unser Haus in 2009 gebaut haben, haben wir eben nicht nach dem damalig gültigen Standard gebaut, sondern eine große Schüppe draufgelegt (Gebäude H’T Wert liegt bei 0,28 W/m2K anstatt der damals geforderten und immer noch nach EnEV 2016 gültigen 0,4 W/m2K): von 3-Fach Verglasung bis hin zu gute Wand- und extra dicke Boden- und Dachdämmung: 25 cm Dachdämmung gab es damals nicht einmal zu kaufen, es mussten am Ende 2 Dämmschichten unterm Dach eingeplant werden. Insgesamt kann ich sagen, besser kann man sein Geld nicht Invertieren!

    Gängige Praxis ist leider immer noch, viele Neubauhäuser und -wohnungen werden mit den minimal nach EnEV geforderten Dämmwerten erstellt und die Häuslebauer/Käufer wird eine schöne, heile, aber überteuerte Haustechnik angepriesen die sich toll anhört aber im Grunde den Minimalismus bei den eingesetzten Baustoffe rechnerisch (nach EnEV) verschleiert…. Ein solches Vorgehen recht sich zukünftig für den achtlosen Häuslebauer/Käufer bestimmt, weil ein sehr gut isoliertes Haus kostengünstiger mit neuen Techniken nachzurüsten wäre und nicht zukünftig auch noch eine erweitere Dämmung mit eingeplant werden muss damit die Technik überhaupt sinnvoll (Kosten-und Klimafreundlich) eingesetzt werden kann….

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