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Wärmepumpe Sole, Luft, Wasser, Pellets, Gas, Öl oder gar Infrarot? Doch welche Heizung ist am besten? Welches Heizsystem am günstigsten in der Anschaffung und im Betrieb und wie steht es um die Nachhaltigkeit? Hier kannst du die verschiedenen Heizsysteme vergleichen.

Gasheizung

Neben Erdgas gibt es auch die Möglichkeit Biogas zu verwenden (welches nachwachsend ist). Eine Gasheizung kann gut mit einer Solaranlage für Warmwasser verbunden werden. Ein Gasbrennwert-Kessel in Kombination mit Solar -Kollektor ist eine gute Variante.

Kosten für Gasheizung

  • Anschaffung: rund 15.000€ (inkl. Kamin und Solarkollektor)
  • Betriebskosten: relativ günstig

Ölheizung

Wenn kein Gasanschluss möglich ist kann man sich überlegen eine Ölheizung einzubauen. Doch grundsätzlich wird das heut kaum mehr gemacht. Dafür ist ein Aufstellraum für den Tank erforderlich.

Kosten für Ölheizung

  • Anschaffung: sind in etwa gleich wie für die Gasheizung (rund 15.000€)
  • Betriebskosten: sind geringfügig teurer als bei der Gasheizung

Pelletheizung

Pellets sind nachhaltig, da es sich um einen nachwachsenden Rohstoff handelt. In wenig oder gar nicht gedämmten Altbauten, wo viel Heizenergie erforderlich ist, sind Pellets eine gute Heizoption. Die Anschaffungskosten sind zwar im Vergleich höher, aber die Betriebskosten sind günstiger. Zu beachten ist, dass hier ein Heizraum sowie ein Pelletslager nötig ist. Einmal pro Jahr ist eine Wartung nötig, sowie Rauchfangkehrer-Kosten)

Kosten für Pelletheizung

  • Anschaffung: rund 20.000€
  • Betriebskosten: im Vergleich zu Gas und Öl günstiger

Wärmepumpe

Es gibt verschiedene Arten von Wärmepumpen, das Prinzip ist aber gleich: Der Umgebung (Luft oder Erde) wird Wärme entzogen, die mithilfe eines Leitmittels (Wasser) ins Gebäude gebracht wird. Wärmepumpen können nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden. Dadurch kommt nicht jede Art von Heizkörpern in Frage, meist wird die Wärmepumpe in Verbindung mit Flächenheizungen (zB. einer Fußbodenheizung) verwendet. Fehlende Energie wird durch Strom geholt. Die Wärmepumpe ist somit auch eine Art von Elektroheizung.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Der Luft wird die Wärme entzogen und mit Wasser wird die Wärme im Haus verteilt.

Sole-Wasser Wärmepumpe: Es wird Erdwärme genutzt („Sole“) und diese ebenfalls mit Hilfe von Wasser im Haus verteilt. Die Erdwärme wird der Erde unterhalb der Frostgrenze entzogen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten: zB mit flächig ausgelegte Erdkollektoren, Tiefbohrungen oder Grabenkollektoren.

Kosten für Wärmepumpe

  • Anschaffung: rund 20.000€
  • Betriebskosten: abhängig vom Strompreis, macht Sinn bei sehr gut gedämmten Häusern.

Infrarotheizung / Elektroheizung

Eine Innovative neue Art der Heizung ist die Infrarotheizung. Diese ist eine Art von Flächenheizung. Eventuell sinnvoll in Kombination mit Photovoltaik zB. als Infrarotheizung.

Kosten für Infrarotheizung

  • Anschaffung: günstig,
  • Betriebskosten: teuer und abhängig vom Strompreis – kann Sinn machen, wenn aufgrund der Gebäudehülle sehr wenig Energie verbraucht wird und in Kombination mit PV-Anlage

Fernwärme

Ist nicht überall möglich. Grundsätzlich hat sie aber einen hohen Wirkungsgrad, ist effizient, unabhängig und wirtschaftlich.

Kosten für Fernwärme

  • Anschaffung: günstig rund 7.000€
  • Betriebskosten: teuer

Privates Blockheizkraftwerk

Ist wie ein Minikraftwerk, liefert Strom und Wärme, funktioniert gut für mehrere Einheiten. Für ein Einfamilienhaus ist es momentan noch nicht vollkommen ausgereift (Stand Okt. 2018).

Kosten für Blockheizkraftwerk

  • Anschaffung: teuer rund 35.000€
  • Betriebskosten: günstig

Infobox: Vorlauftemperatur

Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur mit der das Warme Wasser in das Heizsystem eingespeist wird. Eine geringe Vorlauftemperatur macht ein Heizsystem besonders Energieeffizient. Die erforderliche Vorlauftemperatur hängt vom Heizkörper ab, aber auch von Wärmedämmung des Gebäudes und der Raumnutzung, bei Fußbodenheizungen auch vom Bodenbelag.

  • Alte Heizkörper in Altbauten haben Vorlauftemperaturen von rund 90°C bis 75°C
  • Moderne Heizkörper haben Vorlauftemperaturen von 75°C bis 55°C.
  • Flächenheizungen (z.B. eine Fußbodenheizung) können mit geringen Vorlauftemperaturen betrieben werden (25°C – 55°C).

Heizkörper, Fußbodenheizung oder Wandheizung

Nun stellt sich noch die Frage wie die Wärme verteilt wird? Sollen es klassische Heizkörper werden, oder lieber eine Flächenheizung wie Fußboden- oder Wandheizungen? Die Auswahl ist unter anderem auch vom gewählten Heizsystem abhängig.

Klassischer Heizkörper / Radiator

Klassische Heizkörper (auch Radiator genannt) werden meist mit Hilfe von Warmwasser erhitzt. Die Wärme wird dann teils über Wärmestrahlung und teils über natürliche Konvektion an die Umgebung abgegeben.

Vorteile:

  • Günstig, hohe Lebensdauer und viele verschiedene Designmöglichkeiten
  • Heutige Flachheizkörper sind bereits viel Energieeffizienter als ältere Modelle.

Nachteile:

  • Die Aufheizung des Raumes dauert länger als bei der Konvektorheizung.
  • Es ist eine höhere Vorlauftemperatur nötig oder die Heizkörper müssen sehr groß ausgelegt werden – kein effizienter Betrieb bei Wärmepumpen.

Konvektorheizung

Bei der Konvektorheizung wird kühle Luft von unten durch das Heizelement geführt und erwärmt. Warme Luft strömt dann oben aus dem Heizkörper wieder heraus, zur besseren Verteilung sind Ventilatoren eingebaut (erzwungene Konvektion). Im Raum entsteht eine Luftzirkulation.

Vorteile:

  • Schnelles Aufheizen ist möglich
  • Die Umgebung erwärmt sich gleichmäßiger
  • Niedriger Energieverbrauch, geringe Vorlauftemperatur und damit auch für Wärmepumpen geeignet.

Nachteile:

  • Durch die Luftzirkulation wird auch Staub aufgewirbelt
  • Die Ventilatoren arbeiten nicht geräuschlos

Fußbodenheizung oder Wandheizung

Bei der Flächenheizung wird die Wärme über eine sehr große Fläche abgegeben zB. über den ganzen Fußboden oder eine ganze Wand. Dadurch sind sehr geringe Vorlauftemperaturen nötig und die Heizung wird besonders Energieeffizient und wirtschaftlich. Eine Flächenheizung ist somit auch gut für die Wärmepumpe geeignet.

  • Die Wärme wird rein über Wärmestrahlung verteilt. Das wird von vielen Menschen als behaglich empfunden. Es kommt zu keiner Luftzirkulation und ist deshalb auch gut für Allergiker geeignet.
  • Es sind sehr geringe Vorlauftemperaturen nötig und das System ist Energieeffizient.

Fußbodenheizung

  • Es ist ein geeigneter Fußbodenaufbau zu wählen.
  • Die Aufheizung des Raumes dauert länger, da zuerst der ganze Estrich aufgeheizt werden muss.
  • Hat die Fußbodenheizung zu hohe Temperaturen, kann das bei Venenproblemen ungünstig sein.

Wandheizung

Eine Wandheizung kann wasserführend oder elektrisch sein. Die Heizelemente werden so in die Wand integriert, dass sie von außen nicht sichtbar sind. Es gibt dafür folgedene Möglichkeiten:

  • Wasserführende Heizungsrohre werden als Trockenbauelemente (wie Gipskartonplatten) oder frei unter dem Putz verlegt.
  • Elektrische Wandheizungen oder Infrarotheizungen können in Form von Heizmatten, Heiztapeten oder Heizanstrichen verlegt werden. Der Anschluss an das Stromnetz erfolgt über spezielle Flachkabel.

Die Besonderheiten einer Flächenheizung sind:

  • Das Aufheizen des Raumes geht schneller als bei der Fußbodenheizung
  • Schütz die Wand vor Feuchte und Schimmel
  • Beheizte Wand soll nicht mit Möbel zugestellt werden

Fazit: Welche Heizung ist die beste?

Die Wahl der idealen Heizung ist abhängig vom Bauwerk. Ist es ein sehr gut gedämmter Neubau oder gar ein Passivhaus, dann ist ein anderes Heizsystem optimal als wenn es sich um einen ungedämmten Altbau handelt.

Wenn ein Haus sehr gut gedämmt ist, braucht es ganz wenig Heizenergie, dann ist zB. eine Wärmepumpe eine gute Lösung.

Bei einem Altbau, der nicht so gut gedämmt ist, macht ein Brennstoff wie Pellets Sinn, da er günstig und nachwachsend ist.

 

Foto: pixabay

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