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Der große Dämmstoffe Vergleich – das Ranking für Fassadendämmung (WDVS) und die Zwischenwanddämmung. Die verschiedenen Dämmstoffe werden gegenübergestellt und nach ihren Eigenschaften, Brandschutz, Ökologie und Kosten miteinander verglichen.

Heute werden Häuser nur noch so gebaut, dass der Heizwärmebedarf sehr gering ist. In diesem Bereich hat sich bereits sehr viel getan und eine enorme Entwicklung hat stattgefunden. Durch starke Dämmung, moderne Fenster, neue Heiztechniken und nicht zuletzt durch die Energiesparverordnung EnEV wurde dies erreicht.

Doch Dämmung ist nicht gleich Dämmung. Die unterschiedlichen Dämmmaterialien können selbst bei gleichen Dämmeigenschaften sehr unterschiedlich in der Gesamtenergiebilanz, der Nachhaltigkeit, den Kosten und dem Brandschutz sein.

Dämmstoff Vergleich – Welcher Dämmstoff ist am besten?

Grundsätzlich muss hier nach dem Einsatzort des Dämmmaterials unterschieden werden:

Je nach Einsatzgebiet muss ein Dämmstoff unterschiedliche Anforderungen erfüllen. So kommt es, dass eine Zwischenwanddämmung eine Dichte von rund 30kg/m³ haben kann, während eine Fassadendämmung mehr als drei mal so viel hat. Je dichter ein Dämmstoff, desto schlechter ist meist der U-Wert, es werden dickere Dämmschichten erforderlich und auch die Energie zur Herstellung und Entsorgung des Dämmstoffes wird um ein Vielfaches höher. Um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, können nur Dämmstoffe für den gleichen Einsatzort sinnvoll miteinander verglichen werden.

In den nächsten beiden Abschnitten werden die Zwischenwanddämmung und die Fassadendämmung (WDVS) genau behandelt. Dabei werden die folgenden Eigenschaften objektiv und messbar gegenübergestellt und verglichen:

Zwischenwanddämmung im Holzriegelbau

U-Werte von 0,2 sind beim Holzriegelbau Standard. Mit einer zusätzlichen Dämmschicht sind sogar noch höhere Wärmedämmwerte möglich.

Die Zwischenwanddämmung im Holzriegelbau kann besonders leicht und somit sehr effizient ausgeführt werden. Es ist keine besondere Festigkeit gefordert und somit sind neben Wollen auch Einblasdämmungen möglich. Einblasdämmungen haben viele Vorteile, jedoch sollten sie immer von Fachfirmen ausgeführt werden.

Vor allem Zelluloseflocken aber auch Stroh kann problemlos als Einblasdämmung verwendet werden. Diese Materialien benötigen extrem wenig Energie zur Herstellung und Entsorgung (graue Energie) und sind somit nicht nur günstig, sondern auch besonders ökologisch.

Untenstehend findest du verschiedenen Möglichkeiten für Zwischenwanddämmungen mit ihren Eigenschaften zum direkten Vergleich.

  • UBP (Umweltbelastungspunkte) nach Ökobilanzdaten im Baubereich, 2014, sie geben ein möglichst vollständiges Bild der Umweltauswirkungen und berücksichtigen die Primärenergie, die Emissionen in Luft, Gewässern und Boden, die Nutzung von Wasser und die Entsorgung.
  • Graue Energie berücksichtigt die gesamte nichterneuerbare Primärenergie für: Rohstoffgewinnung, Herstellung, Transport, Montage, Rückbau, und Entsorgung.
  • CO2 Emission berücksichtigt alle Treibhausgase (CO2, Methan, Lachgas etc.) die auf kg CO2 rückgerechnet werden.
  • Kosten sind als Anhaltspunkte zu verstehen und können nicht exakt für den Einzelfall vorhergesagt werden. Sie berücksichtigen den Einbau des Dämmmaterials, und enthalten Material, Lohn und MwSt.
  • Brandschutz nach Baustoffklassifizierung.

Zwischenwand-Dämmung Vergleich (Holzrieglebau)

ökologische Zwischenwand-Dämmung HolzriegelbauAlle Varianten haben in etwa den gleichen U-Wert. Die Holzständer wurden mit einem Querschnitt von 80x160mm bzw. 80x180mm und einem Steherabstand von 60cm berücksichtigt.

Mineralfasern (Glaswolle oder Steinwolle) als Zwischenwanddämmung

  • Wird durch Schmelzen hergestellt, diffusionsoffen, schimmel- Fäulnisresistent; UV-beständig.
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Zwischenwanddämmungen weniger günstig. Vergleicht man sie jedoch mit festeren Dämmstoffen, wie zum Beispiel für Wärmedämmverbundsysteme, sind sie immer noch sehr Ressourcenschonend.
  • Kosten: rund 20€/m²
  • Brandschutz: A1 oder A2 nicht brennbar

Weichfaserplatte / Holzfaser als Zwischenwanddämmung

  • In Plattenform oder auch als Einblasdämmungen; Bindemittel, Schädlings- und Brandschutzmittel sind teilweise beigesetzt; diffusionsoffen und feuchteregulierend
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Zwischenwanddämmungen weniger günstig. Vergleicht man sie jedoch mit festeren Dämmstoffen, wie zum Beispiel für Wärmedämmverbundsysteme, sind sie immer noch sehr Ressourcenschonend.
  • Kosten: rund 40€/m²
  • Brandschutz: B1, B2 – schwer oder normal entflammbar

Zellulosefasern als Zwischenwanddämmung

  • Einblasdämmungen aus recyceltem Papier, diffusionsoffen, muss jedoch gut vor Feuchtigkeit geschützt werden
  • Ökologie: Sehr Ressourcenschonend im gesamten LifeCycle
  • Kosten: rund 25€/m²
  • Brandschutz: B1, B2 – schwer oder normal entflammbar

Weitere Alternative Zwischenwanddämmungen

  • Stroh kann auch als Einblasdämmung verwendet werden
  • Hanf als Schüttung oder Dämmvlies
  • Schafwolle als Dämmvlies ist diffusionsoffen und feuchteregulierend
  • Kork ist diffusionsoffen, verrottungs- und fäulnisresistent, alterungsbeständig
  • Seegras

Wärmedämmverbundsystem WDVS – Fassadendämmung

Eine Dämmung an der Fassade muss neben den Dämmeigenschaften auch noch eine gewisse Festigkeit aufweisen. Häufig dient sie auch als Putzgrund. Deshalb haben diese Dämmstoffe eine höhere Rohdichte und benötigen mehr Energie zur Herstellung und Entsorgung (mehr „graue Energie“) als eine leichte Zwischenwanddämmung, zudem sind sie auch teurer.

Erstmals wurde eine außenliegende Wärmedämmung in der Mitte des 20.Jahrhunderts verbaut. Anfangs waren die Dämmschichten sehr dünn und bestanden aus Polystyrol (auch „Styropor“ genannt). Heute gibt es bereits eine Vielzahl an unterschiedlichen Materialien für Wärmedämmverbundsysteme WDVS.

Untenstehend findest du verschiedenen Varianten für Wärmedämmverbundsysteme mit ihren Eigenschaften zum direkten Vergleich.

  • UBP die Umweltbelastungspunkte nach Ökobilanzdaten im Baubereich, 2014 geben ein möglichst vollständiges Bild der Umweltauswirkungen (inklusive Primärenergie, Emissionen in Luft, Gewässer und Boden, Nutzung von Wasser und Entsorgung).
  • Graue Energie ist die nichterneuerbare Primärenergie für: Gewinnung, Transport, Herstellung, Einbau, Rückbau und Entsorgung.
  • CO2 Emission berücksichtigt alle Treibhausemissionen wie CO2, Methan, Lachgas etc. Alle Emissionen werden dabei auf kg CO2 rückgerechnet.
  • Kosten dienen als grobe Anhaltspunkte, sie berücksichtigen Material, Lohn und MwSt bis zur fertig gestrichenen Fassade.
  • Brandschutz nach Baustoffklassifizierung.

Fassadendämmung, WDVS Vergleich

ökologisches WDVS Fassadendämmung

Alle Varianten haben in etwa den gleichen U-Wert. Als Fassadendämmung auf einer massiven Mauer ergibt sich ein U-Wert von rund 0,2.

XPS (Extrudierter Polystyrol) als Fassadendämmung

  • Plattenform; Treib- und Flammschutzmittel werden zugegeben; alterungsbeständig, nicht UV-beständig, geschlossenzellig – diffusionsbremsend.
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Wärmedämmverbundsysteme nicht besonders Ressourcenschonend
  • Kosten: rund 125€/m² (inkl. Material, Lohn und MwSt. bis zur fertig gestrichenen Fassade)
  • Brandschutz: B1 schwer entflammbar; im Brandfall toxisch

PUR (Polyurethan-Hartschaum) als Fassadendämmung

  • Plattenform; Treib- und Flammschutzmittel werden zugegeben; schimmel- und fäulnisresistent, geschlossenzellig – diffusionsbremsend.
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Wärmedämmverbundsysteme nicht besonders Ressourcenschonend
  • Kosten: rund 135€/m² (inkl. Material, Lohn und MwSt. bis zur fertig gestrichenen Fassade)
  • Brandschutz: B1, B2 schwer bis normal entflammbar; im Brandfall toxisch

EPS (Expandiertes Polystyrol) als Fassadendämmung

  • Plattenform; Stabilisatoren, Treib- und Flammschutzmittel werden zugegeben; alterungsbeständig, feuchtebeständig, nicht UV-beständig, geschlossenzellig – diffusionsbremsend.
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Wärmedämmverbundsysteme nicht besonders Ressourcenschonend; jedoch unter den Polystyrol-Varianten die günstigste.
  • Kosten: rund 115€/m² (inkl. Material, Lohn und MwSt. bis zur fertig gestrichenen Fassade)
  • Brandschutz: B1, schwer entflammbar; im Brandfall toxisch

Weichfaserplatte / Holzfaser als Fassadendämmung

  • Plattenform; Bindemittel, Schädlings- und Brandschutzmittel sind beigesetzt; diffusionsoffen und feuchteregulierend
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Wärmedämmverbundsysteme befindet sich die Holzfaserplatte im Mittelfeld.
  • Kosten: rund 145€/m² (inkl. Material, Lohn und MwSt. bis zur fertig gestrichenen Fassade)
  • Brandschutz: B1, B2 schwer bis normal entflammbar

Mineralfaser-Platten als Fassadendämmung

  • Plattenform; durch Schmelzprozesse hergestellt; schimmel- fäulnisresistent; UV-beständig
  • Ökologie: Im Vergleich zu den anderen Wärmedämmverbundsysteme Ressourcenschonend
  • Kosten: rund 125€/m² (inkl. Material, Lohn und MwSt. bis zur fertig gestrichenen Fassade)
  • Brandschutz: A1, nicht brennbar

Mineralschaum-Platten als Fassadendämmung

  • Plattenform; Herstellung mit hohem Druck und Wasserdampf; ähnlich dem Porenbeton, feuchtigkeitsregulierend, diffusionsoffen, schimmelresistent
  • Ökologie: Sehr ressourcenschonend im Vergleich zu den anderen Wärmedämmverbundsystemen
  • Kosten: rund 140€/m² (inkl. Material, Lohn und MwSt. bis zur fertig gestrichenen Fassade)
  • Brandschutz: A1, nicht brennbar

Heizwärmebedarf reduzieren

Das Ziel von einer Wärmedämmung beim Haus ist immer den Heizwärmebedarf zu reduzieren. Ist die Gebäudehülle (Wände, Fenster, Dach, Keller etc.) möglichst gut gedämmt, können die Heizwärmeverluste stark eingedämmt werden.

Auch die Energiesparverordnung legt großes Augenmerk auf die Gebäudehülle und deren U-Werte. Doch auch andere Maßnahmen haben im realen Leben einen sehr großen Einfluss auf den Heizwärmebedarf. Diese bleiben in der Energiesparverordnung jedoch wenig berücksichtigt.

Für deinen eigenen Hausbau solltest du diese Maßnahmen jedoch kennen und nutzen. Denn eine echte Heizwärmereduktion ist gut für dein Portemonnaie und für die Umwelt!

  • Ausrichtung und Orientierung am Standort und die Lage und Größe der Fensterflächen haben großen Einfluss.
  • Verhältnis zwischen Volumen und Oberfläche (möglichst kompakten Bauwerke ohne viele Vorsprünge sind vorteilhaft).
  • Die Wärmedurchlässigkeit der Außenbauteile – dem U-Wert (Wände, Boden, Decke/Dach, Fenster, Außentüren)
  • Die Heiztechnik, Temperaturregelung, Innenraumtemperatur und das Nutzerverhalten

Was ist der U-Wert?

Der U-Wert gibt die Dämmwirkung von Bauteilen an. Genauer gesagt den Wärmedurchgangskoeffizient [W/m²K]. Je kleiner der Wert umso besser. Mit einem U-Wert-Rechner kannst du selbst leicht überprüfen welchen U-Wert ein bestimmter Wandaufbau hat.

Außenwände mit einem U-Wert<0,2 sind bereits sehr gut gedämmt. Um diesen U-Wert zu erreichen sind je nach Bauweise unterschiedliche Wandstärken erforderlich:

  • 2-schaliges Mauerwerk mit Vormauerziegel, Wärmedämmung und Innenputz: d=50cm
  • Massives Mauerwerk mit Innen- und Außen-Putz: d=40-50cm
  • Massive Wand mit außenliegender Wärmedämmung und Innenputz: d=35cm
  • Holz-Leichtbau (Fertighauswand): d=25cm

Gesetzliche Vorgaben zur Wärmedämmung – Energiesparverordnung

In der Energiesparverordnung hat der U-Wert neben der technischen Ausrüstung (Heizung, Energieträger etc.) einen ganz wesentlichen Einfluss. Im Energieausweis ist u.a. die Qualität der Gebäudehülle als Transmissionswärmeverluste in W/(m²K) nachzuweisen. Dies Berücksichtigt die U-Werte der Außenwände, Fenster, Decken, Dach, Bodenplatte…

Die Transmissionswärmeverluste der ganzen Gebäudehülle dürfen in Summe nicht höher sein als der Absolutwert von 0,40 W/(m²K). Und sie dürfen auch die Transmissionswärmeverluste von einem Referenzgebäude nicht überschreiten.

Das Referenzgebäude kann man sich vorstellen wie ein Haus mit exakt gleicher Geometrie am gleichen Standort. Der einzige Unterschied ist, dass dieses Referenzgebäude eine andere Gebäudehülle und andere technischer Ausrüstung hat. Die Gebäudehülle vom Referenzgebäude ist somit das Minimum, das nach Gesetzgebung erreicht werden muss. Die U-Werte vom Referenzgebäude sind nach Anlage 1 der Energiesparverordnung:

  • Außenwand: U=0,28 W/(m²K)
  • Fenster: U=1,3
  • Dach: U=0,2
  • Zu Erdreich (Bodenplatte, Kellerwände…): U=0,35

Dämmung von KfW-Effizienzhäusern

Um die Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus zu erfüllen, müssen die Transmissionswärmeverluste (die gemittelten U-Werte über die Gebäudehülle) von dem Referenzgebäude noch unterschritten werden:

U-Werte vom Referenzgebäudeund für KfW70, 55 und 40

Verglichen wird immer ein Gesamtwert der Transmissionswärmeverluste über die ganze Gebäudehülle. Somit kann zB. der U-Wert für die Fenster etwas höher sein, wenn dies durch einen niedrigeren U-Wert der Außenwände wieder ausgeglichen wird.

Mit einer Außenwandkonstruktion mit U-Wert=0,2 und 3-fach verglasten Fenstern liegt man bei entsprechender Dach- und Kellerdämmung bereits im Bereich von KFW 55. Für ein KfW 40 Haus müsste die Außenwanddämmung nochmal um einiges erhöht werden.

 

Quellen: KBOB-Empfehlung 2009/1: Ökobilanzdaten im Baubereich, 2014

Foto: pixabay.com

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