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Hier erfährst du wie sich die Baukosten Einfamilienhaus zusammensetzen. Wie diese schnell und einfach abgeschätzt werden können und wie du dein Einfamilienhaus günstig bauen kannst.

Wenn du dein Einfamilienhaus günstig bauen möchtest, musst du von Beginn richtig planen und bis zum Ende konsequent bleiben! Bereits ganz am Anfang werden die grundlegenden Entscheidungen getroffen, die darüber entscheiden ob der Hausbau kostensparend gelingt oder nicht. Die Kostenkalkulation muss paralell zu Planung verfeinert und kontrolliert werden.

Baukosten Einfamilienhaus – grob abschätzen

Überschlagsmäßig können die Baukosten je m2 Wohnfläche schon zu Beginn ganz abgeschätzt werden:

  • Kostensparend und intelligent geplant: 1500 €/m²
  • Normales, klassisches Einfamilienhaus: 2000€/m²
  • Einfamilienhaus mit vielen Extras: 2500€/m² (nach oben keine Grenze…)

Achtung: Ist ein Keller geplant, so ist für die Berechnung oben die halbe Kellerfläche zu der Wohnfläche dazu zu zählen.

In dieser groben Abschätzung ist alles enthalten was tatsächlich an Baukosten auf dich zukommt. Also auch die Baustelleneinrichtung, die Erdarbeiten, Bodenplatte/Keller, Einrichtung (wie z.B. eine Küche) und Kosten für die Außenanlagen (z.B. eine Einfahrt und eine Einfriedung).

Neben den reinen Baukosten fallen beim Hausbau auch noch Hausbaunebenkosten, Grundstückskosten und Grundnebenkosten an. Die gesamten Kosten für das Einfamilienhaus kannst du hier nachlesen. Einen wichtigen Einfluss auf die Kosten hat auch die Entscheidung wie bzw. mit wem du baust (siehe dazu: Haus selber bauen vs. Fertighaus vs. Architektenhaus vs. Generalunternehmen).

Wenn du dich bereits in der Planungsphase befindest und die Kosten genauer kalkulieren möchtest, dann erstelle hier deine genaue Kostenkalkulation.

Baukosten Einfamilienhaus – Zusammensetzung

Die Zusammensetzung der Baukosten ist natürlich für jedes Projekt unterschiedlich. Für ein übliches Einfamilienhaus kann die Zusammensetzung in etwa so aussehen:

Rohbau (inkl. Baustelleneinrichtung, Baugrube/Erdarbeiten, Bodenpl./Keller, Wände, Decken, Dach)42%
Ausbau (Bodenaufbau, Trockenbau, Putz- und Malerarbeiten, Fenster, Türen, Treppen….)23%
Technische Anlagen / Haustechnik (Sanitär, Elektro, Lüftung, Heizung, Solar, Klimatechnik)20%
Einrichtung/Ausstattung (Küche, Sanitärbereich, Sonnenschutz, Lampen)10%
Kosten für die Außenanlagen (größere Investitionen im Außenbereich sind hier nicht inkludiert z.B. Swimmingpool, Garage…)5%

Baukosten Einfamilienhaus - so setzen sich die Baukosten üblicherweise zusammen
Baukosten Einfamilienhaus – so setzen sich die Baukosten üblicherweise zusammen

Hausbaukosten pro m2 Wohnfläche - Baukosten Einfamilienhaus berechnen
Hausbaukosten pro m2 Wohnfläche – Baukosten Einfamilienhaus berechnen

Checkliste – günstig Haus bauen – so gelingt es!

Wenn von Anfang an bewusst und konsequent optimiert wird, ist es möglich beim Haus bauen Kosten zu sparen. Gerade jetzt zu Beginn steht noch alles offen. Ist die Größe des Hauses, der Grundriss und die Hausform erstmal festgelegt, können die Baukosten nur noch um max. 30-40% beeinflusst werden. Es gibt 3 Punkte um Baukosten beim Einfamilienhaus zu sparen:

  1. Einsparung der Menge
  2. Einsparung bei der Ausführungsvariante
  3. Einsparung durch Eigenleistung und stufenweisen Ausbau

Bei der Checkliste unten solltest du versuchen so viele Punkte wie möglich anzukreuzen. Durch viele kleine Einsparungen ergibt sich am Ende ein kostengünsiges Haus.

1. Einsparung der Menge

Beim Hausbau kann man am effizientesten sparen indem man ganz einfach die Mengen reduziert. Dabei geht es nicht nur um die Wohnfläche, sondern auch um Innenwände, Hausform und vieles mehr. Hier solltest du unbedingt ansetzen, denn zu viele m² sind nicht nur im Bau teuer, sondern auch im Unterhalt, denn sie müssen geputzt und beheizt werden. Durch Einsparungen in der Menge kannst du günstig Haus bauen ohne Einbußen bei der Qualität.

Einsparungen bei der Wohnfläche

  • Welchen Raumbedarf hast du und deine Familie tatsächlich? Mach eine Liste mit den benötigten Räumen und deren Mindestgröße: Badezimmer, Abstellraum, Schlafzimmer…

  • Offener Grundriss – Werden Küche, Wohn- und Essraum zusammengelegt, gelingt eine großzügige, repräsentative Raumwirkung bei gleichzeitiger Reduktion der m2 Wohnfläche. Auch die Mehrfachnutzung von Räumen spart Kosten. Zum Beispiel kann der Technikraum auch als Waschküche genutzt werden oder das Büro als Gästezimmer.
  • Bei Gängen und Zugangsflächen sparen. Hier können m² eingespart werden ohne dabei auf die Wohnqualität zu verzichten. Schlafzimmer und andere private Räume können zB. auch über den Wohn- und Essbereich zugänglich gemacht werden.
  • Verzicht auf Galerien und Lufträume, denn diese erhöhen den Platzbedarf und damit auch die Kosten.
  • Eingeschossig /Bungalow: ein Stiegenhaus benötigt zusätzlichen Raum, wenn ebenerdig gebaut wird kann dieser gespart werden. Ebenso entfällt die Zwischendecke. Daher ist ein Bungalow oft günstiger. Es gibt aber auch Fälle in denen ein Bungalow teurer wird. Das liegt dann meist an den Kosten für Gründung und Dach, da die Dach- und Grundfläche beim Bungalow größer ist.
  • Bei mehreren Geschossen, kann bei den Treppen gespart werden. Die Treppen und Balkone sind als Vorsatzelemente günstiger. Denn es wird keine Bruttowohnfläche in Anspruch genommen. Aber auch wer seine Treppe im Inneren haben möchte kann sparen. Die Form der Treppe macht einen Preisunterschied. Eine Treppe in U-Form ist oft günstiger als eine gerade Treppe.
  • Sanitäranlagen: Kann das WC im Badezimmer sein? Reicht ein Bad und WC für die ganze Familie? Kann das Badezimmer auch klein sein? Auch die Anordnung der Feuchträume kann auch Kosten sparen. Wenn Bäder und Küchen übereinander oder nebeneinander liegen, können Leitungslängen optimiert werden.

Einsparungen bei den Außenwänden

  • Je einfacher und kompakter die Hausform ist umso günstiger wird es: Kubus ohne Vorsprünge. Bei gleicher Wohnfläche und Raumhöhe kann bei einem kompakten Bau die Außenwandfläche reduziert werden. Damit werden auch die Wärmeabgaben und potentielle Wärmebrücken reduziert und es wird energieeffizienter.

Einsparungen bei der Gründung

  • Keine Unterkellerung. Günstiger ist eine Gründung auf einer Fundamentplatte oder auf Streifenfundamenten. Dafür kann ein Kellerersatzraum (ca.9m²) eingeplant werden oder eine gößere Garage. Darin sind dann Geräte, Haustechnik, Räder, Müll, etc. unterzubringen.

Einsparungen beim Dach

  • Dachform: Pult- oder Satteldach sind die einfachsten und günstigsten Dachformen. Wenn die Spannweite nicht zu groß ist, kommt die Dachkonstruktion auch günstiger.

  • Keine Dachfenster, Erker oder Gauben

Innenwände und Innentüren

  • Ein offener Grundriss. Damit werden die Räume großzügiger und es werden weniger Innenwände und Innentüren benötigt.

Haustechnik

  • Reduktion der Elektroinstallation (Reduktion der Steckdosen, Lichtschalter etc.)

  • Bündelung der techn. Installation und möglichst kurze Leitungswege für Heizung, Wasser, Lüftung, Elektrik

  • Vorsatzinstallationen, keine Unterputzinstallationen. Dies ist auch bei späteren Reperaturen leichter zugänglich und Schäden im Bauwerk werden reduziert. Optisch interessante Beispiele für sichtbare Rohr- und Leitungsinstallationen sind hier im Pinterest-Board.

  • Verzicht auf ein Smart Home.

Interessantes Beispiel - viel Raum für wenig Baukosten

Sehr interessant und anders ist auch der Ansatz der Pariser Architekten Lacaton und Vassal, die anstatt ihre Bauwerke rundum mit 20cm dicken Vollwärmeschutz zu versehen, eine Art Gewächshaus um das Haus herum bauen. Dadurch entstehen klimatischen Pufferräume und viel zusätzlicher Raum für sehr geringe Baukosten. Der zusätzliche Raum ist wie ein Wintergarten und kann vielseitig genutzt werden. Die hoch entwickelte Gewächshaustechnologie aus der industriellen Landwirtschaft wird genutzt. Licht und Luftzirkulation können von den Bewohnern mit einfachsten Mitteln beeinflusst werden. Kann für Neubau und Sanierungsprojekte gleichermaßen angewandt werden. Ein Beispiel dafür ist das Einfamilienhaus Latapie, 1993 errichtet. Es besteht aus einem einfachen Holzkörper und einer viel größeren, gewächshausähnlichen Hülle. Die Baukosten für die insg. 185m² waren nur 55.000Euro. Weitere Einfamilienhäuser von dem Architektenduo findet ihr hier.

2. Einsparung bei der Ausführungsvariante

Auch durch günstigere Ausführungsvarianten können die Baukosten für ein Einfamilienhaus eingespart werden. Es sollte jedoch nicht soweit gehen dass die „Bausubstanz“ an Qualität einbüßen muss. Bei den folgenden Punkten kann jedoch gut gespart werden. Diese Punkte lassen sich auch in weiteren Ausbauschritten in Zukunft noch nach Belieben austauschen:

  • Fußbodenbeläge können sehr stark im Preis variieren. Günstige Alternativen zu den klassischen Belägen, die auch optisch einen Mehrwert bringen können sind zB: Industrieparkett, Industrieestrich, Estrich mit Anstrich, Linoleumboden. Aber auch Eichenvollholzdielen können günstig sein…, vergleichen lohnt sich. Hier ist ein Pinterest-Board zu außergewöhnlichen Fußböden.

  • Fliesen – Gefliesten Bereiche in Bad und WC können auf das notwendigste reduzieren. Die Wände können vorerst auch wasserdicht gestrichen werden.

  • Bei der Einrichtung von Küche und Bad kann vorest gepart werden. Die Bausubstanz wird dadurch nicht beeinflusst und ein späteres Nachrüsten ist möglich.

  • Decken- und Wandoberflächen können auch offen und unverputzt oder unverkleidet bleiben. Sichtbetondecken oder Wände oder sichtbare Holzbalkendecken können auch optisch was hermachen. Interessante Beispiele dafür sind hier am Pinterest-Board zusammengesstellt.

  • Innenwände können aus Gipskarton aufgestellt werden. Damit kann die Raumaufteilung flexibler bleiben und die Arbeiten können – mit ein wenig handwerklichem Geschick – selbst ausgeführt werden.

  • Fenster: besser wenige große als viele kleine Fenster. Günstig sind: wiederkehrende Fensterformate; sturzlose Fenster ohne Heizkörpernischen; möglichst viel Fixverglasung. Nicht sparen solltest du hingegen bei der Qualität der Fenster und der Fensterrahmen.

    Vielleicht ist eine 2-fach Isolierverglasung ausreichend? Wenn kein Niedrigenergie- und Passsivhaus geplant wird.  Die Energiewerte bei neuen Festern sind auch bei einer 2-fach Verglasung bereits sehr gut: U-Wert bis ca. 1.1 [W/m²K].

  • Bei der Verschattung solltest du überlegen bei welchen Fenstern diese wirklich nötig sind. Lohnt sich der Aufpreis für Raffstores oder elektronische Rollläden? Bei großen Fensterflächen können mehrere kleine Rollläden günstiger sein als großer.

Bei der grundlegenden „Bausubstanz“ solltet ihr nicht sparen! Hier punktet eine hochwertige Bauweise durch ein besseres Raumklima und der Wert des Bauwerks bleibt über lange Jahre (und Generationen) erhalten.

3. Einsparung durch Eigenleistung und stufenweisen Ausbau

Auch durch Eigenleistung kann beim Hausbau gespart werden.

  • Ganz grundsätzlich kann hier schon bei der Entscheidung wie und mit wem gebaut wird gespart werden. Je nachdem wie eure Bereitschaft ist die Planung und den Bau selbst zu organisieren und wieviel Zeit ihr dafür investieren könnt (siehe dazu auch: Haus selber bauen vs. Fertighaus vs. Architektenhaus vs. Generalunternehmen).

  • Eine weitere Möglichkeit Kosten einzusparen ist das Konzept des stufenweisen Ausbaus. Manche Dinge müssen nicht sofort realisiert werden sondern können im Laufe der Zeit ergänzt werden.

    • Carports können später selbst errichtet werden.
    • Balkone und Terrassen können später als Vorsatzelemente zugebaut werden. Vorkehrungen dafür kannst du schon zu beginn treffen. Und die Fenster als Raumhohe „Französische Fenster“ planen, die später dann die Balkontüren werden.
    • Auch der Innenausbau des Kellers kann später erfolgen.
    • Bad und WC können erstamals ganz schlicht gehalten sein. Wenn die Wände Wasserdicht gestrichen sind, können die Wandfliesen auch erst später angebracht werden.

  • Oder ihr könnt und wollt selbst mit anpacken. Die unten angeführten Arbeiten sind dafür besonders geeignet und beliebt:

    • Herrichten der Außenanlagen in Eigenleistung (Pflanzen, Wege, Zufahrt, Zaun…)
    • Wände und Decken selbst streichen
    • Hilfsarbeiten wie zB. Aufräum- und Putzarbeiten auf der Baustelle
    • Gute Heimwerker können aber auch noch einiges mehr machen: Gipskartonwände und Trockenbau, Fliesen legen, Fußbodenbeläge einbauen, Fußbodenheizung verlegen…


Gesamtkosten im Auge behalten

Es ist also möglich die „Baukosten Einfamilienhaus“ schon zu Beginn grob abzuschätzen. Ebenso könnt ihr schon von Beginn an an den richtigen Stellen ansetzten und so planen, dass euer Einfamilienhaus günstig wird. Die Baukosten selbst lassen sich im frühen Stadium (von der ersten Idee bis zum Vorentwurf) noch ganz stark beeinflussen. Ab der Entwurfsphase wo Größe, Form und Grundriss des Hauses schon feststehen, lassen sich die Baukosten nur noch zu rund 40% beeinflussen. Erstellt parallel zur Planung eine detailiertere Kostenkalkulation und Kostenkontrolle und behaltet so die Gesamtkosten stets im Auge.

Zu den Gesamtkosten beim Hausbau gehören neben den reinen Baukosten auch noch anderen Kostenpunkte:

Berechnungstool per E-Mail

Ein Excel-Kostenberechnungs-Tool (siehe auch Kostenkalkulation und Kostenkontrolle) sowie weiterführende Checklisten und Tools gibt es gratis per Email.


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Grafiken: baugorilla

Foto: pixabay.com

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