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Hier erfährst du wie sich die Baukosten Einfamilienhaus zusammensetzen und wie diese schnell und einfach abgeschätzt werden. Mit unserer Checkliste siehst du wie du dein Einfamilienhaus günstig bauen kannst.

Möchtest du dein Einfamilienhaus günstig bauen? Dann, musst du von Beginn an bewusst und optimiert planen und während des ganzen Projektes konsequent daran festhalten.

Gerade jetzt zu Beginn steht noch alles offen und die Baukosten können durch jede Entscheidung grundlegend beeinflusst werden. Ist die Größe des Hauses, der Grundriss und die Hausform erstmal festgelegt, können die Baukosten nur noch um max. 30-40% beeinflusst werden. Die Kostenkalkulation muss paralell zur Planung verfeinert werden und in jedem Projektstadium kontrolliert werden.

Baukosten Einfamilienhaus – grob abschätzen

Die Baukosten je m2 Wohnfläche können schon zu Beginn grob abgeschätzt werden. In den untenstehenden Angaben sind alle Baukosten enthalten, die auf dich zukommen werden. Bis zu dem Punkt wo du einziehen kannst. Also auch die Baustelleneinrichtung, die Erdarbeiten, Bodenplatte/Keller und selbst die Kosten für eine grundlegende Ausführung der Außenanlagen (Einfahrt und eine Einfriedung) und für die Grundausstattung im Inneren (Küche und Sanitäreinrichtung). Hier wird zwischen drei Ausführungsvarianten unterschieden:

  • Kostensparend und optimiert geplant: 1500 €/m²
  • Normales, klassisches Einfamilienhaus: 2000€/m²
  • Einfamilienhaus mit vielen Extras: 2500€/m² (nach oben keine Grenze…)

Diese Kosten beziehen sich auf die Quadratmeter Wohnfläche. Bei einem Einfamilienhaus wird hier die gesamte Raumfläche herangezogen. Also alle Räume innerhalb der Wohnung. Dielen und Flur werden ebenso hinzugerechnet.

Der Keller wird streng genommen nicht zur Wohnfläche gezählt. Zur Abschätzung der Kosten machen wir hier aber eine Ausnahme:

  • Wenn ein voll ausgebauter Keller geplant ist, dann wird die Kellerfläche zur Wohnfläche dazugezählt.
  • Wenn ein nicht ausgebauter Keller geplant ist, so wird nur die Hälfte der Kellerfläche dazu gezählt:

Wohnfläche = m² Wohnungsfläche + m² ausgebauter Keller + ½m² nicht ausgebauter Keller

Neben den reinen Baukosten fallen beim Hausbau auch noch Hausbaunebenkosten, Grundstückskosten und Grundnebenkosten an. Die gesamten Kosten für das Einfamilienhaus kannst du hier nachlesen. Einen wichtigen Einfluss auf die Kosten hat auch die Entscheidung wie bzw. mit wem du baust (siehe dazu: Haus selber bauen vs. Fertighaus vs. Architektenhaus vs. Generalunternehmen).

Wenn du dich bereits in der Planungsphase befindest und die Kosten genauer kalkulieren möchtest, dann erstelle hier deine genaue Kostenkalkulation.

Baukosten Einfamilienhaus – Zusammensetzung

Die Zusammensetzung der Baukosten ist natürlich für jedes Projekt unterschiedlich. Für ein übliches Einfamilienhaus sieht die Zusammensetzung der Baukosten in etwa so aussehen:

Rohbau (inkl. Baustelleneinrichtung, Baugrube/Erdarbeiten, Bodenpl./Keller, Wände, Decken, Dach)37%
Ausbau (Bodenaufbau, Trockenbau, Putz- und Malerarbeiten, Fenster, Türen, Treppen….)33%
Technische Anlagen / Haustechnik (Sanitär, Elektro, Lüftung, Heizung, Solar, Klimatechnik)15%
Einrichtung/Ausstattung (Küche, Sanitärbereich, Sonnenschutz, Lampen)10%
Kosten für die Außenanlagen (größere Investitionen im Außenbereich sind hier nicht inkludiert z.B. Swimmingpool, Garage…)5%

Einsparungen lassen sich in nahezu allen Bereichen durchsetzen.

 

Baukosten Einfamilienhaus - so setzen sich die Baukosten üblicherweise zusammen
Beispiel der Baukostenzusammensetzung – für ein Einfamilienhaus
Hausbaukosten pro m2 Wohnfläche - Baukosten Einfamilienhaus berechnen
Hausbaukosten pro m2 Wohnfläche – Baukosten Einfamilienhaus berechnen

Checkliste – günstig Haus bauen

Bei der Checkliste unten solltest du versuchen so viele Punkte wie möglich umzusetzen. Durch viele kleine Einsparungen ergibt sich am Ende ein kostengünsiges Haus.

Um Kosten einzusparen gibt es grundsätzlich 3 Punkte an denen man ansetzen kann:

  1. Einsparung der Menge
  2. Einsparung bei der Ausführungsvariante
  3. Einsparung durch Eigenleistung und stufenweisen Ausbau

1. Einsparung der Menge

Am effizientesten kann gespart werden indem ganz einfach die Mengen reduziert wird. Dabei geht es nicht nur um die Wohnfläche, sondern auch um Innenwände, Außenwände (Hausform), Innentüren, Badezimmer und vieles mehr.

Hier solltest du unbedingt ansetzen, denn zu viele m² sind nicht nur im Bau teuer, sondern auch im Unterhalt. Sie müssen geputzt und beheizt werden. Durch Einsparungen in der Menge ist es möglich günstig zu Bauen ohne an der Qualität zu sparen.

  • Die Wohnfläche sollte so optimal wie möglich genutzt werden. Durch gute Planung kann auch mit wenigen Quadratmetern eine großzügige Wohnung entstehen. Das Raumprogramm sollte dahingehend optimiert werden. Mehr dazu findest du im Beitrag zum Raumprogramm beschrieben. Hier sind nochmal Punkte zusammengefasst, die helfen bei den Quadratmetern zu sparen.
  • Offene Grundrisse: zusammengelegte Räume, Mehrfachnutzung, Verzicht auf Gänge und zusätzliche Badezimmer etc. helfen Grundfläche zu sparen und auch Innenwände und Innentüren können damit eingespart werden.
  • Bungalow oder Zweigeschossig ist auch eine Frage des Geldes: ein Stiegenhaus benötigt zusätzlichen Raum, wenn ebenerdig gebaut wird kann dieser gespart werden. Ebenso entfallen die Zwischendecke. Dennoch sind Bungalows oft teurer als mehrgeschossige Häuser, da die Bodenplatte (die Gründung) viel größer ist, ebenso wie das Dach.
  • Bei mehreren Geschossen, kann bei den Treppen gespart werden. Die Treppen und Balkone sind als Vorsatzelemente günstiger. Denn es wird keine Bruttowohnfläche in Anspruch genommen. Aber auch wer seine Treppe im Inneren haben möchte kann sie zum Beispiel offen im Wohnraum plazieren, so kann ein Treppenhaus entfallen.
  • Sanitäranlagen: Hier stellt sich die Frage, auf was du bereit bist zu verzichten und was eine hohe Priorität hat. Können WC und Badezimmer zusammengelegt werden? Reicht ein Bad für die ganze Familie? Reicht auch ein kleines Badezimmer aus? Auch die Anordnung der Feuchträume kann Kosten sparen. Wenn Bäder und Küchen übereinander oder nebeneinander liegen, können Leitungslängen optimiert werden.
  • Außenwänden: Je einfacher und kompakter die Hausform ist umso günstiger wird es. Ein Kubus ohne Vorsprünge ist günstiger als ein Haus mit vielen Vorsprüngen und Erkern. Bei gleicher Wohnfläche und Raumhöhe kann durch einen kompakten Bau die Außenwandfläche reduziert werden. Damit werden auch die Wärmeabgaben und potentielle Wärmebrücken reduziert und das Gebäude benötigt weniger Heizwärme.
  • Kein Keller: günstiger ist es auf einen Keller zu verzichten (hier findest du mehr zum Thema Gründung). Dafür muss dann ein kleiner Kellerersatzraum eingeplant werden oder auch eine größere Garage, um Geräte, Haustechnik, Räder, Müll, etc. unterzubringen.
  • Dachform: Pult- oder Satteldach sind die einfachsten und günstigsten Dachformen. Wenn die Spannweite nicht zu groß ist, kommt die Dachkonstruktion auch günstiger.
  • Verzicht auf Dachfenster, Erker oder Gauben bringt auch Einsparungen
  • Reduktion der Elektroinstallation (Reduktion der Steckdosen, Lichtschalter etc.).
  • Bündelung der technischen Installation und möglichst kurze Leitungswege. Dies gilt für alle Installationen: Heizung, Wasser, Lüftung, Elektrik
  • Auch Vorsatzinstallationen können eine günstige Alternative sein. Bei Aufputz-Installationen sind auch spätere Reparaturen leichter und günstiger durchzuführen und Schäden im Bauwerk werden reduziert. Optisch interessante Beispiele für sichtbare Rohr- und Leitungsinstallationen sind hier im Pinterest-Board.
  • Verzicht auf ein Smart Home.

Interessantes Beispiel - viel Raum für wenig Baukosten

Sehr interessant ist der Ansatz der Pariser Architekten Lacaton und Vassal, die anstatt ihre Bauwerke mit Vollwärmeschutz zu versehen, eine Art Gewächshaus um das Haus herum bauen. Dadurch entstehen klimatischen Pufferräume und viel zusätzlicher Raum für sehr geringe Baukosten. Der zusätzliche Raum ist wie ein Wintergarten und kann vielseitig genutzt werden. Die hoch entwickelte Gewächshaustechnologie aus der industriellen Landwirtschaft wird genutzt. Licht und Luftzirkulation können von den Bewohnern mit einfachsten Mitteln beeinflusst werden. Kann für Neubau und Sanierungsprojekte gleichermaßen angewandt werden. Ein Beispiel dafür ist das Einfamilienhaus Latapie, 1993 errichtet. Es besteht aus einem einfachen Holzkörper und einer viel größeren, gewächshausähnlichen Hülle. Die Baukosten für die insg. 185m² waren nur 55.000Euro. Weitere Einfamilienhäuser von dem Architektenduo findet ihr hier.

2. Einsparung bei der Ausführungsvariante

Auch durch günstigere Ausführungsvarianten können Baukosten gespart werden. Bei fast allen Bauteilen steht man vor der Entscheidung und kann zwischen günstigen und teuren Varianten wählen. Hier ist jedoch Sorgfalt geboten, denn durch solche Sparmaßnahmen sollte nicht die Qualität des Hauses beeinträchtigt werden und schon gar nicht die „Bausubstanz“. Das wäre langfristig auch nicht günstiger, sondern sogar teurer. Auf die Qualität der Bauteile muss also unbedingt geachtet werden. Eine hochwertige Bauweise punktet durch ein besseres Raumklima und der Wert des Bauwerks bleibt über lange Jahre (und Generationen) erhalten.

Dennoch kann bei einigen Punkten gut gespart werden. Diese lassen sich später, in weiteren Ausbauschritten noch nach Belieben austauschen:

  • Fußbodenbeläge können sehr stark im Preis variieren. Günstige Alternativen zu den klassischen Belägen, sind zB: Industrieparkett, Industrieestrich, Estrich mit Anstrich, Linoleumboden. Aber auch Eichenvollholzdielen können günstig sein. Vergleichen lohnt sich.
  • Fliesen: Gefliesten Bereiche in Bad und WC können auf das notwendigste reduzieren. Eine günstige Lösung ist es, in weniger kritischen Bereichen die Wände nicht zu verfliesen, sondern wasserdicht zu streichen.
  • Bei der Einrichtung von Küche und Bad kann ebenfalls viel gespart werden. Ohne die Bausubstanz in irgendeiner Form zu beeinträchtigen. Auch ein späteres Nachrüsten ist hier problemlos möglich.
  • Decken- und Wandoberflächen können auch offen und unverputzt oder unverkleidet bleiben. Sichtbetondecken oder sichtbare Holzbalkendecken können auch optisch was hermachen. Interessante Beispiele dafür sind hier am Pinterest-Board
  • Innenwände aus Gipskarton können günstiger sein als massive Innenwände. Wenn der Trittschall-schutz der einzelnen Räume nicht ganz so wichtig ist, dann können die Gipskartonwände auch auf den fertigen Boden gestellt werden und die Raumaufteilung bleibt flexibel. Mit ein wenig handwerklichem Geschick, können diese Arbeiten auch selbst ausgeführt werden.
  • Fenster: besser wenige große als viele kleine Fenster. Günstig sind: wiederkehrende Fensterformate; sturzlose Fenster ohne Heizkörpernischen; möglichst viel Fixverglasung. Nicht sparen solltest du hingegen bei der Qualität der Fenster und der Fensterrahmen.
  • Bei der Verschattung solltest du überlegen bei welchen Fenstern diese wirklich nötig sind. Lohnt sich der Aufpreis für Raffstores oder elektronische Rollläden? Bei großen Fensterflächen können mehrere kleine Rollläden günstiger sein als ein großer.

3. Einsparung durch Eigenleistung und stufenweisen Ausbau

Ganz grundsätzlich kann schon bei der Entscheidung wie und mit wem gebaut wird gespart werden. Je nachdem deine Bereitschaft und Befähigung ist die Planung und den Bau selbst zu organisieren und wieviel Zeit du dafür investieren möchtest (siehe dazu auch: Haus selber bauen vs. Fertighaus vs. Architektenhaus vs. Generalunternehmen).

Durch Eigenleistung am Bau kann beim Hausbau ebenfalls gespart werden. Je nachdem ob du dazu bereit, dich dazu befähigt siehst und wiviel Zeit du bereit bist zu investieren. Überschätzen solltest du deine Möglichkeiten und deine Zeit nicht.

  • Hilfsarbeiten wie zB. Aufräum- und Putzarbeiten auf der Baustelle
  • Wände und Decken streichen – das kann auch von ungeübten Bauherren übernommen werden.
  • Das Herrichten der Außenanlagen ist in Eigenleistung möglich (Pflanzen, Wege, Zufahrt, Zaun…)
  • Gute Heimwerker können aber auch noch einiges mehr machen: zum Beispiel Gipskartonwände und Trockenbau, Fliesen legen, Fußbodenbeläge einbauen, Fußbodenheizung verlegen, Leerverrohrungen für Elektroinstallationen verlegen, die Küche selbst aufbauen…

Eine weitere Möglichkeit Kosten einzusparen kann durch stufenweisen Ausbau erfolgen. Manche Dinge müssen nicht sofort realisiert werden, sondern können im Laufe der Zeit ergänzt werden.

  • Carports können später selbst errichtet werden.
  • Balkone und Terrassen können später als Vorsatzelemente zugebaut werden. Vorkehrungen dafür kannst du schon zu Beginn treffen. Und zum Beispiel raumhohe „Französische Fenster“ planen, die später dann die Balkontüren werden.
  • Auch der Innenausbau des Kellers kann später erfolgen.
  • Bad und WC können erstmals ganz schlicht gehalten sein. Wandfliesen oder schöne Einrichtung können später folgen.

Gesamtkosten im Auge behalten

Es ist also möglich die „Baukosten Einfamilienhaus“ schon zu Beginn grob abzuschätzen. Ebenso könnt ihr schon von Beginn an an den richtigen Stellen ansetzten und so planen, dass euer Einfamilienhaus günstig wird. Die Baukosten selbst lassen sich im frühen Stadium (von der ersten Idee bis zum Vorentwurf) noch ganz stark beeinflussen. Ab der Entwurfsphase wo Größe, Form und Grundriss des Hauses schon feststehen, lassen sich die Baukosten nur noch zu rund 40% beeinflussen. Erstellt parallel zur Planung eine detailiertere Kostenkalkulation und Kostenkontrolle und behaltet so die Gesamtkosten stets im Auge.

Zu den Gesamtkosten beim Hausbau gehören neben den reinen Baukosten auch noch anderen Kostenpunkte:

Berechnungstool per E-Mail

Ein Excel-Kostenberechnungs-Tool (siehe auch Kostenkalkulation und Kostenkontrolle) sowie weiterführende Checklisten und Tools gibt es gratis per Email.


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Grafiken: baugorilla

Foto: pixabay.com

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